Berlin : Hauptbahnhof soll noch besser werden

Nach der Auszeichnung zum „Bahnhof des Jahres“ werden Mängel beseitigt

Stefan Jacobs

Wer am Hauptbahnhof ankommt, soll sich bald besser zurechtfinden: In den nächsten Tagen werden auf Europa- und Washingtonplatz, also nördlich und südlich der Haupthalle, die bisher schwer zu findenden Bushaltestellen deutlich markiert. Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, kündigte bei der gestrigen Preisverleihung zum „Großstadtbahnhof des Jahres“ digitale Anzeigen für Abfahrtsort und -zeit der Busse an. Bei der Stadtentwicklungsverwaltung hieß es, dass die Wege klarer markiert werden sollen und durch kleinere Umbauten das Taxi-Chaos am Nordausgang beseitigt werden solle. Dafür werden die Halteplätze für die Allgemeinheit abgeschafft, die fast ununterbrochen zugeparkt sind. Gratis geparkt werden darf künftig nur noch in der Tiefgarage: 15 Minuten lang.

Neu ist auch der Gepäckträgerservice, der bereits an bundesweit rund 70 Bahnhöfen zu bekommen ist, darunter am Ostbahnhof und in Schönefeld. Er gehört zum 12,50 Euro teuren „Reisepaket“ inklusive Sitzplatzreservierung, persönlicher Betreuung beim Ein-, Aus- und Umsteigen sowie einem Gutschein über 2,50 Euro fürs Bordrestaurant. Gebucht werden muss es mindestens drei Tage im Voraus in einem DB-Reisezentrum oder telefonisch unter 01805 60 70 60.

Für die Bahn-Tochter „DB Station und Service“ nahm sich deren Vorstandschef Wolf-Dieter Siebert – wie andere Redner auch – die Umgebung des Bahnhofs vor: „Es wäre schön, wenn das Umfeld auch dem inneren Anspruch gerecht werden würde.“ Die Asphaltierung von Europa- und Washingtonplatz war bei der Fertigstellung vor der Fußball-WM im vergangenen Jahr ausdrücklich zum Provisorium erklärt worden.

Gestern sagte Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) auf Nachfrage, er wolle seine für Stadtentwicklung verantwortliche Kollegin Ingeborg Junge- Reyer (SPD) auf das Thema ansprechen. Aus deren Ressort hieß es allerdings, dass die Verschönerung mit Pflaster und Grün vertagt worden sei: Im südlichen Bereich wolle man ein – bisher nicht begonnenes – Neubauprojekt des Immobilienentwicklers Vivico abwarten, im nördlichen die Arbeiten für die S-Bahnlinie S 21, die zunächst den nördlichen S-Bahnring mit dem Hauptbahnhof verbinden soll. Also dürfte die Belebung der Asphaltwüste noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. Stefan Jacobs

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