Berlin : Hauptschüler entdecken ihre Chancen im Sommercamp

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Für 80 Berliner Hauptschüler hat sich die Welt in den Sommerferien ein bisschen verändert. Die Siebtklässler aus 16 Schulen sind ins „Sommercamp Futour 06“ in den Schwarzwald oder nach Schleswig-Holstein gefahren – und haben dort in drei Wochen viel Neues gelernt: zum Beispiel, wie das Berufsleben funktioniert. Und dass auch sie eine berufliche Chance haben. „Ich weiß jetzt, dass aus Hauptschülern etwas werden kann“, sagte der 14-jährige Berkan nach seiner Rückkehr.

„Die Jugendlichen sind als gestärkte Persönlichkeiten nach Hause gekommen“, zog Heike Kahl gestern Bilanz. Die Vorsitzende der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung stellte eine Evaluation des neuen Modells zur Berufsfrühförderung vor. Die Stiftung war für die Organisation verantwortlich. Unterstützt wurde sie vom Senat. Das Projekt sei ein voller Erfolg, sagte Kahl. „Viele Jugendliche nehmen in ihren Klassen eine neue, selbstbewusstere Rolle ein.“ Ihre Erfahrungen teilten sie mit Mitschülern, wie gestern berichtet wurde. In den Ferien sind die Jugendlichen um drei Uhr morgens aufgestanden und haben Brötchen gebacken. Sie haben Motoren repariert und in Workshops über ihre Stärken nachgedacht. „Viele hatten vorher nur vage, unrealistische Vorstellungen von ihrer Zukunft“, sagte Kahl.

„Aber sie hatten auch schöne Ferien und viele sind zum ersten Mal aus Berlin herausgekommen“, sagte Werner Gegenbauer. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Unternehmensgruppe Gegenbauer hatte die Idee zu dem vorerst für drei Jahre geplanten Projekt und finanziert es mit 900 000 Euro. Bildungssenator Klaus Böger (SPD) hofft auf Nachahmer, die wie Gegenbauer auf diese Weise „in die Zukunft investieren“. dma

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