Hauptschuldebatte : Detlev Buck kritisiert Berlins Schulsenator

Der Filmemacher Detlev Buck ("Knallhart") hat im Zusammenhang mit den Vorfällen an der Rütli-Schule in Berlin Schulsenator Klaus Böger (SPD) kritisiert.

Hamburg/Berlin - "Ich bedauere es, wenn der Berliner Schulsenator Klaus Böger mit Schulklassen "Das Leben der Anderen", einen Film über die Stasi, besucht und die Gegenwart knallhart ignoriert", sagte Buck (43) der "Zeit". Zur Stasi-Frage könne "natürlich jeder problemlos Stellung beziehen. Das ist sehr angenehm für Böger, denn in diesem Fall ist historisch geklärt, wer die Guten und wer die Bösen sind. Da kann Böger keine Fehler machen."

"Es ist nicht leicht, den eigenen Blick auf die Wirklichkeit auszuhalten", sagte Buck weiter. Sein Film "Knallhart" spielt in Berlin-Neukölln und zeigt gewalttätige Jugendliche, die aus Migrantenfamilien stammen. Er sei aber keineswegs desillusioniert, betonte der Regisseur. "Es gibt Wege, die sich lohnen begangen zu werden. Zum Beispiel den jener Schule im Wedding, die einen Verhaltenskodex aufgestellt hat, an den sich jeder zu halten hat." Der "Multikulti-Traum" sei für ihn noch nicht ausgeträumt. "Wir müssen jetzt erst anfangen zu träumen, indem wir klar machen, dass unsere Gesellschaft sich extrem verändert hat."

Bucks Film "Knallhart" soll Stoff für den Unterricht werden. In Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung bietet der Delphi Filmverleih kostenlos Material für Lehrer an, die mit Schülern, Eltern und Politikern über das Thema diskutieren wollen. (tso/dpa)

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