Berlin : Hauptschulen bleiben unbeliebt

Dort sind nur 8,6 Prozent eines Jahrgangs vertreten

Die Nachfrage nach den Hauptschulen bleibt gering. Von den über 4000 Kindern, die im vergangenen Schuljahr eine Hauptschulempfehlung erhielten, landeten nur rund 40 Prozent auch wirklich auf einer Hauptschule. Die anderen wollten lieber auf eine Real- oder Gesamtschule gehen. Dies geht aus der Statistik der Senatsbildungsverwaltung hervor. Letztlich besuchen nur 8,6 Prozent der Schüler eine Hauptschule, so dass dort nur noch die problematischsten Jugendlichen eines Jahrgangs vertreten sind.

Noch geringer ist die Zahl derer, die von vornherein eine Hauptschule wählen. Nach Schätzungen von Bildungsfachleuten melden sich nur fünf bis sieben Prozent der Schüler freiwillig bei Hauptschulen an. Der Rest wird „zugewiesen“ – was bedeutet, dass sie eigentlich andere Schulformen besuchen wollten, dort aber nicht unterkamen. Wie gering die Zahl der „Freiwilligen“ ist, wird von der Bildungsverwaltung nicht erhoben.

Große Unterschiede gibt es bei den Anmeldezahlen der einzelnen Hauptschulen. Es gibt sowohl Schulen, die mehr Anmeldungen als Plätze, als auch Schulen, die keine einzige Anmeldung haben. Zu den Hauptschulen, die sich ihre Schüler aussuchen könne, gehört etwa die Steglitzer Nikolaus-August-Otto-Schule, die durch Elternkurse von sich reden macht.

Dass es sich lohnt, für mehr Akzeptanz zu kämpfen, erlebte auch die Neuköllner Löwenstein-Schule: Nachdem sie mit guten Projekten bekannt wurde, hat auch sie wieder steigende Schülerzahlen. Allerdings plädieren auch die akzeptierten Hauptschulen dafür, ihre Schulform abzuschaffen, weil die Absolventen kaum Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben und weil durch die Negativauslese kaum positive Vorbilder existieren. sve

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