Berlin : Haus am Eaton Place von Berlin

„Unter den Linden“ spielt 1906. Nina Bott und Annekathrin Bach sind dabei

Daniela Martens

Paradieskönig hat genug. Und Schaum vorm Maul. Der stattliche Braune schlägt verärgert mit dem Kopf. Schauspielerin Nina Bott springt erschrocken einen halben Meter zur Seite. Auf ihrem eleganten langen Kleid ist etwas von dem Schaum aus dem Pferdemaul gelandet.

Nina Bott, Hauptdarstellerin der neuen Fernsehserie „Unter den Linden“, ist gerade wie zu Kaisers Zeiten im zweispännigen Landauer rund um den Gendarmenmarkt gefahren. Die Serie, die die Zuschauer ins Berlin des Jahres 1906 entführt, soll schließlich stilecht eingeführt werden. „Ich mag Pferde, aber ich gucke sie mir lieber von weitem an“, sagt die 28-jährige Nina Bott, die acht Jahre lang in der Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mitspielte. Für die neue Rolle der reichen Schokoladenfabrikanten-Tochter Friederike Gravenhorst musste sie trotzdem in den Sattel. Im Tiergarten galoppierte sie im Winter über glattgefrorene Wiesen: „Danach haben mir noch stundenlang die Knie gezittert.“ Und auch der hochsommerliche Pferde-Einsatz als fahrende Werbung für die Serie ist für Nina Bott nicht angenehm verlaufen: „Es war schrecklich peinlich so ganz allein in der Kutsche durch Berlin zu fahren.“ Eigentlich war kein Soloauftritt geplant: Ursprünglich sollte die zweite Hauptdarstellerin Annekathrin Bach dabei sein. Doch die Schauspielerin, deren Karriere gerade anläuft, musste nach Norwegen zu anderen Dreharbeiten.

Vor ihrem Abflug hatte die 27-Jährige aber noch Zeit, etwas über ihre erste große Serienrolle zu erzählen: Sie spielt ein obdachloses Mädchen vom Land, das die Fabrikantentochter Gravenhorst auf der Straße aufliest und mit nach Hause nimmt. So wird sie zum Dienstmädchen in der Residenz der Familie – „Unter den Linden“. Und sie freundet sich mit der Tochter des Hauses an, ganz gegen jede Konvention der Zeit.

Während die 13 Folgen in Potsdam und Berlin gedreht wurden, hat Annekathrin Bach ihre Rolle perfekt gespielt– sogar außerhalb der Drehorte: „Ich habe ganz unbewusst immerzu geknickst wie ein Dienstmädchen, meistens beim Bedanken oder Begrüßen“, sagt die Schauspielerin. Und das blieb nicht unbemerkt: „Viele Leute waren irritiert.“ Auch bei Nina Bott haben sich durch die Dreharbeiten ein paar Anachronismen im Alltag eingeschlichen: „Ich habe plötzlich immerzu das Wort kolossal benutzt.“ Aber bestimmt nicht für Kutschfahrten und Ausritte.

„Unter den Linden“, immer sonntags um 19 Uhr 15, Sat 1.

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