Berlin : Haus des Lehrers in neuem Licht

Lars von Törne

Wie optimistisch die Bauherren sind, dass sie im Plan bleiben, zeigt eine kleine Geste. Nach der Vorstellung der Umbaupläne für Kongresshalle und Haus des Lehrers drückten Hostessen den Gästen einen Umschlag in die Hand. Darin steckten zwei Karten für den Silvesterball - im Jahr 2003/2004. Bis dahin, so hoffen die Investoren, sollen der Kuppelbau und das Hochhaus mit dem markant realsozialistischen Fries denkmalgerecht saniert und in ein modernes Kongress- und Bürozentrum verwandelt worden sein.

Jetzt unterzeichneten der Käufer Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), die Betreibergesellschaft vom Haus am Köllnischen Park und das Land Berlin den Kaufvertrag für die Immobilie mit Kultstatus. Und gaben dem Kind gleich einen neuen Namen: Berliner Congress Center (BCC) soll das Gebäudeensemble künftig heißen. Der Baubeginn ist für kommenden März geplant, verkündete WBM-Geschäftsführer Karl-Heinz Schmidt am Mittwoch. Bis dahin soll die populäre Lichtinstallation "Blinkenlights" weiter aus den Fenstern des Hauses strahlen.

Äußerlich wird der prominente Gebäudekomplex östlich des Alexanderplatzes kaum verändert werden. Das freut die Denkmalschützer: "Dieses Gebäude hat denkmalgeschichtlich einen sehr großen Stellenwert", sagte der Leiter der Denkmalbehörde, Manfred Kühne. Er war als Vertreter des Regierenden Bürgermeisters Wowereit bei der Präsentation. Im Innern wird dafür umso mehr verändert. 20 Veranstaltungsräume mit bis zu 2500 Sitzplätzen sollen entstehen, auf vier Ebenen sind bis zu 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche geplant. Einzig der große Veranstaltungssaal soll im alten Stil rekonstruiert werden. Bis zu 400 000 Besucher werden jährlich zu Kongressen, Messen, Konzerten oder Bällen erwartet. "Die Vorausbuchungen reichen jetzt schon bis in das Jahr 2009", sagt Olaf Köhler, Geschäftsführer des Hauses am Köllnischen Park und verweist auf jährlich zweistellige Zuwachsraten im Kongress-Geschäft.

Insgesamt 66 Millionen Mark steckt die Wohnungsbaugesellschaft WBM in das Projekt. Hinter der Fassade des früheren Hauses des Lehrers sollen auf zwölf Etagen Büroräume mit flexiblen Wänden entstehen, 6700 Quadratmeter insgesamt. Auch soll hinter dem Fries des Künstlers Walter Womacka eine öffentliche Bibliothek einziehen. Die Künstlergruppen, die derzeit das Haus zur Billigmiete von zehn Mark pro Quadratmeter nutzen, müssen sich langfristig allerdings neu orientieren: Nach der Sanierung sollen die Mietpreise bei 30 Mark pro Quadratmeter beginnen.

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