Berlin : Haus explodiert - sieben Mieter vermißt

BERLIN (Tsp).Nach einer gewaltigen Explosion in einem viergeschossigen Wohnhaus im Berliner Bezirk Steglitz war am Dienstag nachmittag das Schicksal von sieben Bewohnern ungewiß.Unklar war auch, wieviele Menschen unter den Trümmen des zerstörten Hauses in der Lepsiusstraße begraben waren.Ein 33jähriger Mann konnte leicht verletzt gerettet werden.Tote wurden bisher nicht entdeckt.Polizei und Feuerwehr suchten mit Hunden und Spezialgerät nach möglichen Opfern.Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, da mit einem weiteren Abrutschen der Schuttmassen gerechnet werden mußte.

Ein 13jähriger Junge wurde bei den Rettungsarbeiten bis zum Nachmittag in einem Hohlraum vermutet.Die Polizei gab am Nachmittag die Zahl der Bewohner mit 21 an.Sieben Personen wurden bis zum Nachmittag vermißt.Ursprünglich waren die Einsatzkräfte von nur 19 Mietern in dem Haus aus der Nachkriegszeit ausgegangen.Die Ursache des Unglücks war am Nachmittag noch nicht zweifelsfrei geklärt, doch gingen die Spezialisten von einer Gasexplosion aus.Die Rettungsarbeiten sollten die ganze Nacht weitergehen.Die Unglücksstelle glich nach der Katastrophe, die sich gegen 6 Uhr morgens ereignete, einem Schlachtfeld.Zerfetzte Gardinen hingen an Bäumen, riesige Mauerteile lagen auf der Straße.Wo einst das Wohnhaus stand, lag ein zehn Meter hoher Schuttberg.Anwohner sprachen von einer wuchtigen Detonation.

Später stellte sich nach Angaben der Polizei heraus, daß ein Teil der Bewohner zum Zeitpunkt der Explosion bereits bei der Arbeit, im Urlaub oder umgezogen waren.Ein 33jähriger Passant sei bei der Detonation leicht verletzt worden.Während ein 62jähriger Bewohner mit seinem Hund spazieren gegangenen sei, habe sich seine 41 Jahre alte Tochter nach der Explosion aus Mauerresten befreien können.Außerdem habe sich herausgestellt, daß ein zunächst vermißtes Ehepaar mit seinem zweijährigen Zwillingspärchen nicht mehr in dem Haus wohne.Allerdings konnte nicht gesagt werde, ob eventuell Freunde und Bekannte von Mietern in dem Haus zu Gast waren."Wir haben die Hoffnung auf Lebende zu treffen nicht aufgegeben", sagte Polizeipräsident Hagen Saberschinsky am Unglücksort.Die eingesetzte Technik und die Hunde hätten bei der Suche in den Trümmern auf Zeichen reagiert.Jedoch könne nicht gesagt werden, ob sie von Menschen oder Tieren stammten."Die Überlebenden sind wie durch ein Wunder gerettet worden", sagte Landesbranddirektor Albrecht Broemme, der den Einsatz leitete.Nach seinen Angaben bestand große Hoffnung, auch den 13jährigen lebend zu bergen.Feuerwehrleute versuchten, mit Ortungsgeräten - darunter ein hochmodernes Bioradar und ein zusätzlich aus Darmstadt eingeflogenes Verschüttetensuch-Radargerät - und rund 50 Spürhunden über Reste eines Treppenhauses zu dem vermißten Kind vorzudringen.Rettungspersonal und Journalisten mußten des öfteren absolute Stille wahren, um die hochempfindlichen Geräte nicht zu stören.Nach Angaben von Senatsprecher Michael-Andreas Butz waren 390 Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei, des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerkes am Unglücksort.

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