HAUSFREUNDE : Ente gut, alles gut

Tauben faszinieren ihn am meisten. Wie die in den Himmel fliegen, so frei, und doch wieder heimkommen. Tauben wollte er schon als Junge haben. „Nee, die kacken alles zu“, sagten die Eltern. So beschränkte sich seine Liebe zum Federvieh erst auf drei taubenkleine Hühner der Rasse Sebright. Seit Ronald Raderkopp, 34, gelernter Landschaftsgärtner, aber längst Altenpfleger aus Passion, Omas Wohnung in Pankow-

Rosenthal geerbt hat, gurrt es hinterm elterlichen Haus aus 40 Kröpfen. Fünf Sorten Tauben hält der Geflügelfreund, und nicht nur die. In Volieren flattern Wachteln, Fasane, Enten, Hühner, Zebrafinken, in Ställen dazwischen mümmeln Kaninchen und Meerschweinchen. Die Eltern besitzen nur einen Dackel. Im romantischen Garten hinterm Haus, zwischen selbst gepflanzten Stauden, frosch- und fischbesetzten Teichen rund um eine Laube, liegt seine kleine heile Vogelwelt. „Ick würde allet nehmen, ooch ’n Pfau“, sagt Ronald voll sanfter Tierliebe. So behielt er die indonesische Laufente, als jemand aus seinem Hohenneuendorfer Klein-

tierverein D 358 sie ihm schenkte, und kaufte eine dazu.

Drei Pärchen hat er nun, die legen so viele Eier, wie kein Mensch essen oder in Kuchen verbacken kann. Weil auch seine Zwergenten, wenn sie kein eigenes Gelege haben, Lauf-

enteneier ausbrüten, einen auf Patchworkfamilie machen und so tun, als seien die großen Kleinen ihre eigenen Kinder, watscheln immer neue Küken durch den Raderkopp’schen Garten, die wieder an andere Menschen mit Garten verkauft werden. Immer mehr Berliner, sagt Ronald, holten sich zum Rasengrün das passende Tier. Laufenten seien pflegeleicht, fressen außer Körnern auch Fliegen und Würmer, sammeln Schnecken, ehe die an den Salat können, und halten selbst Schnee unterm Watschelfuß aus. Sie sind anhänglich wie Hunde. Immer bewahren sie mit aufgerecktem Hals Haltung. „Guck mal, Mutti“, hat neulich ein Kind an Ronalds Garten-

zaun gesagt, „das sind Soldatenenten.“ Susanne Leimstoll

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