Hauskrach im Adlon : Jagdfeld setzt sich durch

Der Aachener Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld bleibt Geschäftsführer des Berliner Adlon-Fonds, mit dessen Einlagen der Wiederaufbau des gleichnamigen Hotels finanziert wurde.

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Der Aachener Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld bleibt Geschäftsführer des Berliner Adlon-Fonds, mit dessen Einlagen der Wiederaufbau des gleichnamigen Hotels finanziert wurde.

Im Adlon hatten in der Nacht zu Sonnabend auf einer Gesellschafterversammlung knapp zwei Drittel der 660 anwesenden Anleger gegen seine Entmachtung gestimmt. Diese war – wie berichtet – von dem Berliner Rechtsanwalt Thomas Fritsch betrieben worden, der etwa 200 Anleger vertritt, die Jagdfeld schon seit etwa zwei Jahren massiv kritisieren.

Hintergrund ist unter anderem, dass Jagdfeld seit 2008 von seinen Gesellschaftern den Verzicht auf Renditezahlungen fordert. Jagdfelds Sprecher Christian Plöger sagt: „Obwohl Herr Jagdfeld keine Empfehlung abgab, hat die Mehrheit der Gesellschafter beschlossen, auf die Ausschüttung zugunsten einer Kreditumfinanzierung im Jahr 2016 zu verzichten. Allerdings kann man bei 4400 Anlegern nicht erwarten, dass alle das gut finden.“

Viele von denen, die es nicht gut finden, hatten sich in der von Thomas Fritsch vertretenen Anlegergruppe zusammengetan. Der Anwalt hatte ein Konzept zur Umwandlung des Fonds vorgestellt. Danach sollte der Fond künftig von einer GmbH geführt werden statt wie bisher von Jagdfeld als persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer. „Mal abgesehen davon, dass nicht erkennbar war, über welche Qualifikationen und Kompetenzen die Geschäftsführung der angestrebten GmbH verfügt, hätte diese neue Konstruktion auch steuerrechtliche, sprich: finanzielle Nachteile für die Anleger gehabt“, sagte Jagdfeldsprecher Plöger. Als das auf der Versammlung nach mehrstündigen Diskussionen deutlich geworden sei, habe Fritsch sein Konzept zurückziehen wollen. Dies sei aber aus formalrechtlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen.

Dass dann 74 Prozent der Anwesenden gegen das Konzept stimmten, ist nach Ansicht von Jagdfeld-Kritikern kein Beleg dafür, dass die finanziellen und menschlichen Probleme nun vom Tisch sind. Angeblich hat der ursprünglich 270 Millionen Euro schwere Adlon-Fond der Fundus-Gruppe fast 80 Prozent an Wert verloren. Auch das Geschäftsgebaren des Aachener Unternehmers war auf der Versammlung immer wieder kritisiert worden. Und heftigen Streit gab es auch über die Stundung der Pacht für die Clubs, Wellnessanlagen und Restaurants, die ein Sohn Jagdfelds an der Südseite des Hotels leitet.

Jagdfeld zeigte sich am Ende zufrieden, „dass die überwiegende Mehrheit der Anleger die Gefahren für die Zukunft des Adlon erkannt hat, die mit dem Konzept des Anwalts Fritsch verbunden waren“. Dem Tagesspiegel sagte er: „Das Adlon ist das profitabelste Luxushotel Berlins. Jetzt geht es darum, dieses Aushängeschild der Hauptstadt im Sinne unserer Anleger weltweit weiter zu stärken. Ich möchte aus guten Zahlen sehr gute Zahlen machen."Sandra Dassler

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