Berlin : "Hausmeister 2000": Uwe Schulze aus Hellersdorf ist der Beste seines Metiers

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So viele Hände hat Uwe Schulze noch nie geschüttelt. Und es ist dem 42-Jährigen auch ein bisschen unangenehm. "Dieser ganze Rummel", sagt er "das ist nicht mein Ding." Doch die Aufmerksamkeit hat der Hellersdorfer verdient. Schließlich haben sie ihn zum "Hausmeister 2000" gekürt. Die Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf initiierte eine Umfrage, welcher der 77 Hausmeister der beste sei. Schulze ging als Sieger hervor. Dem kräftigen Mann mit dem freundlichen Gesicht wird bescheinigt, dass er hilfsbereit und verlässlich ist und stets ein offenes Ohr für die 1000 Mieter hat, die an der Waldheimer Straße wohnen. Für Schulze sind das Selbstverständlichkeiten. Deshalb kann er nicht so richtig begreifen, weshalb er das Rennen machte. Ganz sicher hat das etwas mit seiner Art zu tun. Schulze sitzt selten in seinem Kellerbüro, stattdessen sucht er sich die Arbeit. Er läuft durch die Wohnanlage und erledigt Dinge auf Zuruf. "Wenn mir jemand sagt, dass der Türstopper defekt ist, wird das schnell in Ordnung gebracht", sagt der Hausmeister. Er mag es nicht, Dinge auf die lange Bank zu schieben. Seit elf Jahren handelt er nach dem Motto. Obwohl er damals eher unfreiwillig diese Laufbahn eingeschlagen hat. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Beruf als Kraftfahrer aufgeben. Der Umgang mit Menschen ist für ihn das schönste an der Arbeit. Manchmal wünscht er sich aber, dass seine "Klienten" pfleglicher mit ihren Sachen umgehen. Oft muss er Armaturen auswechseln, die eigentlich noch ein paar Jahre länger hätten halten müssen. Auch über Graffitis an den Fassaden ärgert er sich. Es kam schon vor, dass er Sprüher überraschte. Meistens konnte er sie aber im Guten überzeugen, "den Dreck selber wieder zu entfernen", erzählt der Hausmeister.

Dieses positive Herangehen ist für ihn wichtig. "Ich renne nicht gleich zu den Eltern und petze", betont er. "Richtig nervig" empfindet Schulze die Mieter, die wegen jeder Kleinigkeit an seine Kellertür klopfen und "diesen fordernden Ton an den Tag legen". Noch hängt die Urkunde "Hausmeister 2000" nicht in seiner Werkstatt. Ein bisschen stolz sei er schon auf seinen Titel und er findet es gut, dass sein Beruf eine Anerkennung erfährt. Chancen auf einen Gesamtsieg des bundesweiten Wettbewerbes "Hausmeister 2000", den die Zeitschrift "Die Wohnungswirtschaft" ins Leben rief, rechnet er sich nicht aus. "Ich bin nichts Besonderes."

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