Berlin : Havanna, mi amor - Kubanische Nacht als Premierenfeier

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Dass zu einer Premierenfeier für einen Dokumentarfilm keine glamourösen Stars zu erwarten sind, liegt in der Natur der Sache. Zudem hätten die Helden von "Havanna, mi amor" gar nicht erst aus Kuba zur Party in die Kalkscheune kommen können. Die Darsteller des Films sind einfache Leute aus Havanna, eine Friseuse, ein Mechaniker, eine Tabakarbeiterin, die allabendlich gebannt eine Telenovela verfolgen.

Deren Stars wiederum erstrahlen für sie im Schein eines aufregenderen Lebens. Wenn die Daily-Soap-Opera am Abend beginnt, verfalle ganz Havanna in ein "kollektives Delirium" erinnerte sich Konrad-Wolf-Filmhochschulabsolvent Uli Gaulke, dessen Crew die Protagonisten vergangenes Jahr drei Wochen mit der Kamera begleitet hat. So vergnügten sich in der Nacht zum Freitag ORB-Verantwortliche, die den 16-Millimeter-Streifen koproduziert haben, Filmboard-Leute, Jungregisseure und Produzenten auf der Noche Habanera.

Hinzu kam die Sorte junges Publikum, von dem vermutlich ein jeder über sechs Ecken mit dem Film zu tun hat, von dem aber niemand weiß, über welche. Wie das heute so ist auf Feiern mit Kuba-Bezug, gab es Rum, wurde Samba gespielt. "Havanna, mi amor"-Produzent Helge Albers reichte Zigarren herum und Uli Gaulke konnte nach Wochen des Schneide-Stresses endlich abschalten. Spannend sei nun eine neue Frage, sagte er: Wie wird sich der Film, sein "Kind", entwickeln? Seine Alltagshelden sollen das Werk übrigens auch noch zu sehen bekommen. Ende des Jahres, zum Filmfest in Havanna.

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