Havel : Spandau sperrt Kai für Kreuzfahrer

Der Schiffsanleger am Spandauer Havelufer war lange ungenehmigt in Betrieb und ist ab sofort dicht. Die betroffenen Reedereien müssen nun die Greenwichpromenade in Tegel ansteuern.

Seit 2002 ist das Spandauer Havelufer am Burgwall eine feste Adresse für Flusskreuzfahrer. Hier legen fast alle großen Passagierschiffe an, die auf einer längeren Flussreise in Berlin Zwischenstation machen. Doch ab sofort ist dies nicht mehr möglich. Der Bezirk Spandau und das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin haben den weiteren Betrieb des „1. Kreuzfahrt-Terminal Berlin“ untersagt, nachdem sich das benachbarte Seniorenzentrum „Havelgarten“ über Lärm und Schmutz beklagt hatte. Offiziell wird der Schritt mit einer fehlenden Genehmigung für die Anlegestelle begründet. Zumindest dem Bezirk ist dies aber offenbar acht Jahre lang nicht aufgefallen. Zur Einweihung des Anlegers 2002 hatte jedenfalls auch damalige Bezirksbürgermeister lobende Worte gesprochen.

Die betroffenen Reedereien müssen nun die Greenwichpromenade in Tegel ansteuern. Dort ist auf Initiative des Bezirks Reinickendorf gerade Berlins zweiter Kreuzfahrtanleger neu gebaut worden. Nun freut man sich in Reinickendorf über die unerhoffte Schiffskundschaft, während der Betreiber des Spandauer Anlegers, Ingo Gersbeck, den „Ruin“ fürchtet.

Laut Schifffahrtsamt hat Gersbeck die Situation zum Teil selbst verschuldet. Er habe „mehrfach Hinweise ihrer Behörde auf das fehlende Papier ignoriert“, sagt Sachgebietsleiterin Bettina Kummerlöw. Gersbeck kontert, er betreibe ja am Ort schon eine Schiffstankstelle. Dass er für Passagierdampfer eine extra Genehmigung brauche, sei nicht klar gewesen. Der Bezirk will nun bis 2012 das Areal der umstrittenen Anlegestelle besser ausbauen und danach den Kreuzfahrerbetrieb eventuell wieder genehmigen. Bis dahin könne Gersberg einen alternativen Passagieranleger am etwas südlicher gelegenen Spandauer Tankhafen nutzen, heißt es. cs

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben