Berlin : Heidestraße 25

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„Ein zartes Ding mit letzter Kraft erhascht“war für den Schriftsteller Franz Kafka (1883-1924) seine Reise nach Berlin kurz vor seinem Tod. Geschwächt von Tuberkulose war er trotzdem vor der eigenen Unselbstständigkeit und den inneren Dämonen aus Prag geflüchtet. Kurzzeitig lebte er in Steglitz, doch ihm ging das Geld aus, er musste die Wohnung verlassen. Während eines Unwetters brachte seine Freundin Dora Diamant den abgemagerten Kafka in die Wannsee-Villa der Witwe des Dichters Carl Busse. Dort, in der Heidestraße 25-26, empfand er bald ein „gewisses Heimatgefühl, welches das Haus verlockend macht“. Bevor er wegen seiner Krankheit in ein österreichisches Sanatorium kam, schrieb er: „Ich bliebe am liebsten. Die stille, freie, sonnige, luftige Wohnung, die angenehme Hausfrau Busse, die schöne Gegend, die Nähe Berlins - das alles soll ich verlassen.“

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