Heidi Hetzers Weltumrundung : Heidi Hetzer auf dem schnellsten Weg nach Istanbul

Während die 77-Jährige über den Balkan rast, hat Heidi Hetzers Ex-Beifahrer längst alternative Reisepläne geschmiedet: Jordane Schönfelder will nach Nepal.

Tassilo Hummel
Bei ihrer Abfahrt vor knapp zwei Wochen waren sie noch ein Rallyefahrerpaar: Heidi Hetzer und Jordane Schönfelder.
Bei ihrer Abfahrt vor knapp zwei Wochen waren sie noch ein Rallyefahrerpaar: Heidi Hetzer und Jordane Schönfelder.Foto: dpa

„Ich bin in den Bergen von Serbien", sagte Heidi Hetzer, bevor sie rasch das Telefonat mit dem Tagesspiegel beenden muss. Eile hat sie sich selbst verordnet, um rechtzeitig in der Türkei zu sein, denn dort soll ihr neuer Beifahrer, Patrik Heinrichs, 48, zusteigen. Er soll nach Istanbul oder Ankara fliegen, von wo die Reise Richtung Iran weiterführt. Vor elf Tagen war die 77-jährige Berlinerin in ihrem Hudson Great Eights aufgebrochen, um den Erdball zu umrunden. Nun habe sie die Route bis Istanbul verkürzt und werde ohne Umwege nach Bulgarien zur türkischen Grenze fahren.

Auch Belgrad ließ sie links liegen. „Die Stadt war nicht schön und mir zu groß“, erzählt Hetzer. Stattdessen sei sie einige Kilometer weiter südlich in einer günstigen Sport- und Jugendherberge abgestiegen. Gestern fuhr sie 300 Kilometer quer durch Montenegro bis in den Kosovo. Ein GPS-Sender sendet permanent Signale aus ihrem alten Hudson, sodass man die Reise auf ihrer Seite www.heidi-um-die-welt.com live verfolgen kann. Luxuriöser als in Serbien soll es am Wochenende werden: In Sofia werde sie von „Freunden im Hilton“ erwartet.

Und das ist der Neue: Der 48-jährige Internetunternehmer Patrik Heinrichs.
Und das ist der Neue: Der 48-jährige Internetunternehmer Patrik Heinrichs.Foto: privat

Motorrad statt Oldtimer: Schönfelder will nun nach Nepal

Unterdessen hat Hetzers alter Beifahrer, der 25-jährige Reisefotograf Jordane Schönfelder wieder seine Wohnung in Kronberg im Taunus bezogen. „Nach sehr stressigen Wochen der Reisevorbereitung fühlen sich die freien Tage jetzt wie Urlaub an“, sagt Schönfelder, dessen Terminkalender dieser Tage unversehens leer ist. Schließlich hatte er geplant, während der nächsten 24 Monate mit Heidi Hetzer um die Welt zu reisen. Wie berichtet, hatte sich Hetzer nach der ersten Motorpanne und einigen Auseinandersetzungen im Auto schon wenige Tage nach dem Start von Schönfelder getrennt – da waren beide noch nicht mal in Dresden angekommen.

Lange ruhen kann und will Schönfelder nun nicht, er hat bereits eine Ersatz-Reise geplant: Er möchte der Seidenstraße folgen, am liebsten mit dem Motorrad, und von nach Nepal gehen. Er müsse nun auch geradezu reisen, schließlich wäre ansonsten auch der finanzielle Schaden zu groß: Mehrere tausend Euro hat Schönfelder im Hinblick auf seine Weltreise für Kameratechnik, Auslandskrankenversicherungen und Reisebedarf ausgegeben, das alles soll nicht völlig umsonst bleiben. Bereits am Freitag will Schönfelder aufbrechen. Dabei könnte er seine alte Fahrerin Hetzer überholen.

"Schade, wie sich Hetzer über mich geäußert hat"

Traurig sei er nicht über die Trennung von ihr. „Ich habe schnell bemerkt, dass wir beide die Reise so nicht hätten machen können“, gibt sich der Hesse recht nüchtern. „Ich finde es aber sehr schade, wie sich Frau Hetzer über mich geäußert hat.“ Hetzer hatte dem Tagesspiegel vergangene Woche gesagt, Schönfelder sei ein „Sensibelchen“. In dem Vertrag, der zwischen beiden nach der Trennung geschlossen worden sei, sei vereinbart, dass der Grund der Trennung in Differenzen zum Konzept der Reise und der Route gelegen hätte, sagt Schönfelder.

Allerdings lässt auch er zumindest indirekt durchblicken, dass die Differenzen wohl etwas persönlicher Natur waren: „Ich kenne Reisen mit dem Rucksack, sie dagegen ist Rallyefahrerin. Für einen ruhigen Menschen wie mich, der am liebsten beobachtet, ist es wohl schwer, mit ihrem Tempo mitzuhalten.

Die letzten Tage vor der Abreise waren extrem, und in solchen Situationen lernt man die Menschen ja meistens am besten kennen." Heidi Hetzer gibt sich von unterwegs jedoch versöhnlich. Am Telefon sagt sie nun, dass ihr die Trennung von ihrem Beifahrer leid tue. „Ich hätte früher bemerken sollen, dass wir beide nicht zueinander passen.“ Sobald die Trennung ausgesprochen war, hätte man sich aber wieder prächtig verstanden.

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