Berlin : Heiligensee: Wo sind die Autos geblieben?

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Aufatmen in Nord-Berlin: Das befürchtete Verkehrschaos zu Beginn der Sanierungsarbeiten im Beyschlagtunnel blieb aus. Nur kurzzeitig geriet der Berufsverkehr ins Stocken. Ein Großteil der Autofahrer war nach Polizeiangaben offenbar auf andere Routen ausgewichen, ohne dass ein "Schleichweg" erkennbar wurde. Auch in der Hermsdorfer Straße und der Heiligenseestraße gab es nach Beobachtungen der Polizei keine Mehrbelastung.

7.30 Uhr an der Schulzendorfer Straße: Eher spärlich rollen die Fahrzeuge von der Abfahrt des Autobahnzubringers zur Umleitungsstrecke. Täglich von 6 bis 22 Uhr ist die durch den Tegeler Forst führende Ruppiner Chaussee für Pkw geöffnet, solange der Verkehr im Tunnel wegen der Bauarbeiten nur einspurig läuft. Es gilt Tempo 30, doch nicht alle Autofahrer halten sich daran. Zwei Wagen mit Umland-Kennzeichen drängeln sich mit aufheulenden Motoren an den langsamen Fahrzeugen vorbei.

Schon seit Sonnabend rollen die Fahrzeuge durch die sonst so ruhige Straße. Im Vorgarten des Hotelrestaurants "Lindenhof" sind die Stühle hochgeklappt. "Bei dem Dreck und Gestank will doch keiner hier sitzen", klagt Wirtin Karin Schwardtmann. "Wer bezahlt uns den Ausfall?" Eine ältere Dame, die ihren Dackel ausführt, blickt skeptisch auf den vorbeifahrenden Lastwagen, für den hier eigentlich die Durchfahrt verboten ist. Sie muss öfters mit dem 124er nach Tegel und fürchtet, dass jetzt auch der Bus länger braucht.

Auf der Autobahn reicht der Stau der nach Berlin drängenden Fahrzeuge gegen 8 Uhr bis Stolpe-Süd. Auf der Ruppiner Chaussee wird es nur vor der Ampel an der Karolinenstraße eng. Ab der Försterei heißt es hier stop and go. Für den letzten Kilometer braucht man eine Viertelstunde. Nach der Kreuzung herrscht dann wieder freie Fahrt. Nur noch ein Teil der Autofahrer sucht am Waidmannsluster Damm den Weg zurück auf die Autobahn. Andere bleiben gleich auf der Berliner Straße, auch hier geht es trotz Berufsverkehrs zügig voran.

Rund eine Stunde später hat sich die Lage normalisiert, bald sind auch die letzten Staus verschwunden. Die Polizei ist zufrieden. "Unsere Öffentlichkeitsarbeit hat sich bewährt", sagt ein Beamter. Die Verkehrsteilnehmer haben sich die Warnungen zu Herzen genommen und den Bereich gemieden. Gestern Nachmittag sollten noch die Lichtsignalanlagen umprogrammiert werden - damit es noch flüssiger vorangehen kann.

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