Berlin : Heimat für die Heimatlosen

Der Obdachlosenverein „mob“ will sein Haus selbst ausbauen. Doch das Geld fehlt

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In Eigenregie schaffte man eine ganze Menge. Die Mitarbeiter von „Mob e.V. – Obdachlose machen mobil“ haben Teile einer ehemaligen Tischlerei an der Prenzlauer Allee 87 selbst umgebaut. Jetzt gibt es dort Redaktionsräume für die Obdachlosenzeitung „Straßenfeger“, ein Café, eine Notübernachtung und einen Trödelverkauf. In der Oderberger Straße betreibt der Verein zudem ein SelbsthilfeBauprojekt. Und es gibt neue Pläne.

„Wir wollen unsere Räume weiter ausbauen, um mehr Menschen, die auf der Straße leben, eine warme Mahlzeit und Waschgelegenheiten anbieten zu können“, sagt der Vereinsvorsitzende Stefan Schneider. Ihm schwebt ein Kiez-Restaurant vor, in dem Obdachlose und arme Leute aus der Nachbarschaft für wenig Geld essen können. Der überdachte Innenhof, in dem früher Holz bearbeitet wurde und in dem bald Restaurantgäste essen sollen, ist aber noch düster. Das Glasdach ist mit Dachpappe abgedeckt und muss erneuert werden. „Wir brauchen Geld für das Baumaterial, die Arbeit erledigen wir selbst“, sagt Schneider.

Im Wäscheraum ist Alexander Gehrke schon eifrig dabei, Fliesen zu legen. Der Mann mit der Schirmmütze hat eine Tischlerausbildung, war arbeitslos und wird jetzt durch eine so genannte „GzA-Stelle“ (gemeinnützige und zusätzliche Arbeit) des Senats finanziert. Andere Kollegen haben einen der neuen Ein-Euro-Jobs. „Es macht Spaß hier zu arbeiten, man trifft ganz unterschiedliche Leute“, sagt Gehrke. Trotz seiner erst 24 Jahre hat er sich zum inoffiziellen Bauleiter des Ausbauprojekts hochgearbeitet.

Patrick Wiggins betreut die Notübernachtung von Mob e.V., in der acht bis zwölf Männer und vier Frauen schlafen. „Bei uns geht es viel familiärer zu als in den Massenunterkünften für Obdachlose“, sagt Wiggins. Aber es bleibt eine Familie auf Zeit: „Unser Ziel ist es, dass die Menschen nach spätestens acht Wochen in eine eigene Wohnung umziehen können“, sagt der kräftige Farbige mit der Reibeisenstimme. Aber so lange sie da sind, helfen sie – beim Umbau, beim Waschen oder in der Küche. avi

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