Berlin : Heimritt aus Kirgisien: Die Fürstin Liegnitz ist zurück

Helmut Caspar

Sechzig Jahre hat ihre Odyssee gedauert. Jetzt ist die Fürstin Liegnitz aus Kirgisien in ihre Heimat Berlin zurückgekehrt. Das Werk des Malers Franz Krüger ist jetzt im Schloss Charlottenburg zu sehen. Es gilt als eines der schönsten Bilder der Biedermeierzeit. 1946 wollte die Rote Armee das Gemälde aus dem Potsdamer Schloss Sanssouci in die Sowjetunion abtransportieren lassen. Doch dazu kam es nie: Ein Unbekannter hat das nur 57 mal 47 Zentimeter große Bild wohl als Souvenir mitgehen lassen. Anfang 2005 soll sich eine Privatperson in der deutschen Botschaft in Bischkek, der Hauptstadt von Kirgisien, mit dem Anliegen gemeldet haben, das Bild an Deutschland zurückzugeben. Gestern konnte der Leiter der Schlösserstiftung, Hartmut Dorgerloh, den „Ausritt der Fürstin Liegnitz im Park von Charlottenburg“ präsentieren. Die Rückführung, sagte Dorgerloh mit Dank an Kirgisiens Botschafter Marathek Bakiev, sei unkompliziert verlaufen. „Wir hoffen auf Impulse für andere Rückgabeprozesse, denn immerhin vermisst die Stiftung etwa die Hälfte ihres Gemäldebestandes, rund 3000 Bilder.“

Bis April ist die Reiterin in der Ausstellung „Die Kaiser und die Macht der Medien“ im Neuen Flügel des Charlottenburger Schlosses zu sehen. Danach wird das Bildnis den Neuen Pavillon neben dem Schloss schmücken. Ihn hatte Schinkel vor 180 Jahren für die Fürstin gebaut. Das Gemälde war 1839 ein Geburtstagsgeschenk für Friedrich Wilhelm III. gewesen, der die Gräfin Auguste von Harrach1822 geheiratet und sie zur Fürstin Liegnitz erhoben hatte. Da die Ehe nicht standesgemäß war, spielte die 30 Jahre jüngere Gemahlin am preußischen Hof eine nachrangige Rolle.

Die Macht der Medien bis 17. April im Charlottenburger Schloss: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr, an Wochenenden von 11 bis 17 Uhr.

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