Berlin : Heimspiel für Franka Potente in Berlin Unprätentiöse „Creep“-Premiere

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Viel Vertrauen scheinen die Filmverleiher in den Horrorstreifen „Creep“ mit Franka Potente in der Hauptrolle nicht zu haben: Hoffentlich würden nicht allzu viele Gäste den Saal vor Ende des Films verlassen, dämpften sie die Erwartungen an die BerlinPremiere des Films am Mittwochabend. Am Vorabend in Köln seien ja immerhin weniger geflohen als erwartet. „In Berlin geht sowieso keiner raus“, sagte Franka Potente und klang fast trotzig. Sie behielt Recht.

Als der Abspann lief, war der Saal des Colosseums an der Schönhauser Allee am Mittwochabend noch genauso voll wie zu Beginn. Und es reichte für einen kräftigen Applaus. Das Berliner Publikum fand den Film offenbar nicht so schrecklich – oder gerade schrecklich genug. Die Zuschauer zuckten in der ersten, gruseligeren Hälfte des Films mehrfach kollektiv zusammen und starrten später gebannt vor Ekel auf die Leinwand.

Die Premiere machte deutlich, dass sich Franka Potente in Berlin wieder ganz zu Hause fühlt. Berlinerisch unprätentiös erschien sie im blauen Kapuzenpullover und wirkte fast wieder so unkompliziert wie in „Lola rennt“, ihrem großen Erfolg, dem sie ihre internationale Karriere verdankt und der sie gleichzeitig mit Berlin verbindet. Ein roter Teppich musste natürlich sein, aber Franka Potente ließ das Blitzlichtgewitter ohne große Pose über sich ergehen.

Auch ihr Begleiter vermied eine Show à la Hollywood. Der britische Regisseur Christopher Smith zeigte sich zu seinem Spielfilmdebüt sichtlich nervös und kokettierte mit seiner Aufregung. Smith erzählte, wie er als Zwölfjähriger seinen Vater dazu gebracht hatte, Horrorvideos zu bestellen, indem er sie ihm als Kinderfilme unterjubelte. Damit zeigte Smith, dass es ihm mehr um Interesse am Genre ging als um Glanz und Glamour. Fast familiär wirkte die Gästeliste. Neben Schauspielerinnen wie Muriel Baumeister oder Nina Hoss feierten auch Ärzte-Schlagzeuger Bela B., ein ausgewiesener Horror-Fan, und Axel Prahl, der in Potentes Heimatstadt Münster den „Tatort“-Kommissar spielt, den zurückgekehrten Star. ak

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