Berlin : Heimweh nach dem Kurfürstendamm

Lesung im Tagesspiegel-Salon über die Geschichte des Boulevards

Was hat er nicht alles gesehen: die Reitpferde der Kurfürsten, die reichen Geschäftsleute und vornehmen Damen des Kaiserreichs, die Künstler und Kaffeehausbesucher der zwanziger Jahre, Krieg, Zerstörung, Wiederaufbau, Studentendemos, Marathonläufe, Feiern zur Maueröffnung und nach WM-Siegen. Er war Schaufenster des Westens im Kalten Krieg und Symbol großstädtischen Lebens, er ist und bleibt ein Wahrzeichen Berlins: der Kurfürstendamm.

Und heute? Heute löst er Debatten über seine Rolle im neuen Berlin aus – und vielleicht eine unbestimmte Sehnsucht. „Heimweh nach dem Kurfürstendamm“ (Michael Imholz Verlag, 19,95 Euro) heißt das Buch, das Tagesspiegel-Autor Michael Zajonz und Architekturhistoriker Sven Kuhrau herausgegeben haben: eine anregende Sammlung von Essays, Interviews und Fotos zur Geschichte und Gegenwart, zu Architektur, Geschäfts- und Kulturleben des Boulevards, der im kommenden Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiern wird.

Im Tagesspiegel-Salon am Askanischen Platz lesen Michael Zajonz und Sven Kuhrau aus ihrem Buch, zeigen Fotos aus der Geschichte des Prachtboulevards und diskutieren mit Kulturautor Peter von Becker über seine Zukunft. Die literarischen Köche von eßkultur servieren dazu Leckeres aus der Berliner Küche der zwanziger Jahre, und Jazzpianist Matthias Klünder spielt am Bechstein-Flügel nostalgische und zukunftshungrige Ku’dammklänge – natürlich auch das Chanson von Hildegard Knef, das den Buchtitel inspirierte. D.N.

Zeitung im Salon mit Michael Zajonz und Sven Kuhrau, Mittwoch, 19. Mai, Beginn 19.30 Uhr, Askanischer Platz 3, Kreuzberg. Eintritt inklusive Sekt und Essen 18 Euro. Anmeldung erforderlich unter der Telefonnummer 29021 - 520.

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