Berlin : Heinz-Viktor Simon gibt Posten zum Jahresende auf - Klemann wird nicht sein Nachfolger

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Bausenator Jürgen Klemann (CDU) wird nicht neuer Chef der Wohnungsbaugesellschaft Gehag. Nach dem Rückzug des früheren CDU-Parlamentariers Heinz-Viktor Simon vom Amt des Vorstandsschefs wurde zunächst in Senatskreisen spekuliert, der aus der Regierung ausscheidende Klemann könne den Posten übernehmen. Eine Vermutung, die nach Informationen des Tagesspiegels offenbar jeder Grundlage entbehrt. Klemann, so wurde berichtet, habe auf der entscheidenden Sitzung des Gehag-Aufsichtsrates in der vergangenen Woche "aus alter Freundschaft" für einen Verbleib seines Parteifreundes Simon votiert. Dies wird als eindeutiges Signal gewertet, dass Klemann kein Interesse an der Position hat. Ihm wird seit längerem nachgesagt, er werde einen Posten bei der Flughafengesellschaft übernehmen. Bausenator Klemann selbst hüllt sich zu seiner berufliche Zukunft in konsequentes Schweigen.

Insider gegen davon aus, dass Simon seinen Stuhl keineswegs ohne Gegenwehr zu Ende des Jahres räumt. Nach der 74,9-prozentigen Teilprivatisierung des Wohnungsbauunternehmens sei dem neuen Mehrheitseigner, der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn AG, sehr an einer neuen strategischen Ausrichtung des Unternehmens gelegen, die auch eine personelle Veränderung an der Firmenspitze bedeute. Simon galt als Vorstand, der auch auf Gewerkschaftsseite nicht unbeliebt war.

Der Politiker Heinz-Viktor Simon sorgte in der letzten Legislaturperiode für stetigen Zwist zwischen CDU und SPD. Über Jahre weigerte er sich, sich zwischen seinem Parlamentsmandat und dem Vorstandssessel des damals noch landeseigenen Unternehmens zu entscheiden. Eine von vielen Seiten kritisierte Verquickung, die Simon erst durch seinen Verzicht auf das Mandat auflöste, nachdem er im Oktober 1998 vor dem Bundesverfassungsgericht mit seiner Doppel-Tätigkeit gescheitert war.

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