Berlin : Heizölpreise: Liter kostet jetzt schon mehr als eine Mark

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Durch die Energiepreise werden den Verbrauchern in der nächsten Zeit immer mehr Geld aus der Tasche gezogen. Viel schneller als erwartet meldete der Berliner Heizölhandel gestern die Überschreitung der "Schallgrenze": Mehr als eine Mark pro Liter. Der kommende Winter wird ständig teurer. Auch beim Gas ist die nächste Runde eingeläutet. Schon Ende des Jahres könnte es bei der Gasag die nächste Erhöhung geben. Das Unternehmen hatte seine Tarife gerade erst zum 1. August um zehn Prozent heraufgesetzt.

Der Gaspreis ist in den Erzeugerländern vertraglich an den Ölpreis gebunden. Der Branchenexperte Heino Elfert vom Hamburger Erdöl-Informationsdienst hielt deshalb gestern weitere Gaspreis-Erhöhungen von zehn Prozent für möglich. In den Lieferverträgen mit den Produktionsländern Norwegen, Russland und Holland ist das Erdgas seit Jahren an seinen Hauptkonkurrenten, das Öl, gekoppelt. "Der Profit bleibt in den Förderländern", sagt dazu Gasag-Sprecher Klaus Haschker. Größter Lieferant ist bisher Russland. Norwegen holt aber auf. Die Einschätzung des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft, dass weitere Preiserhöhungen bevorstünden, wurde bei der Gasag gestern als "realistisch" bezeichnet.

Beim Heizöl hat es in der vorigen Woche in Berlin Preissteigerungen um mehr als sieben Mark pro Hektoliter gegeben. Insgesamt stehen die Verbraucher, bei denen die Tanks noch weitgehend leer sind, jetzt vor den höchsten Preisen seit 15 Jahren. Bei Abnahmemengen von 1000 Litern reicht die Spanne mittlerweile von 92,38 DM bis zu 103,87 DM für 100 Liter. Selbst bei Abnahmemengen von 3000 Litern macht der Durchschnitt immer noch gut 90 Mark aus. Manche Händler machen keine Preiszusagen mehr, sondern rechnen erst am Liefertag ab.

Hoffnung auf einen Rückgang besteht nicht. Der hohe Rohöl-Preis und der teure Dollar treiben die Sätze für die Endverbraucher nach oben. Dazu kommen vor allem die extrem niedrigen Vorräte in den USA. Tagesaktuelle Heizölpreise gibt es über die Nummer 0190/161 131 (1,21 DM pro Minute).

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