Heizungsausfall mit Folgen : Legionellenalarm bei der Polizei

In manchen Polizeirevieren fallen Heizungen aus – mit unangenehmen Folgen. Denn es können sich Legionellen ausbreiten, so dass die Beamten den Sanitärbereich meiden müssen. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert die Zustände.

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Gefährliche Stäbchen. Die weißen Legionellen unterm Elektronenmiskroskop.
Gefährliche Stäbchen. Die weißen Legionellen unterm Elektronenmiskroskop.Foto: picture alliance / dpa

Erst durften die Beamten auf dem Polizeigelände an der Ruppiner Chaussee in Schulzendorf nicht mehr duschen, dann wurde den Polizisten auf dem Abschnitt 42 in der Hauptstraße in Schöneberg geraten, den Sanitärbereich zu meiden. Der Grund: Legionellenbefall. Ein Risiko besteht auch beim Nachbarabschnitt 41 in der Gothaer Straße, denn dort fiel am Dienstag die Heizung aus. Zwischen defekten Heizungssystemen und Legionellenbefall gibt es einen Zusammenhang.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als Verwalterin von Gebäuden und Grundstücken verantwortlich. „Die BIM spart am falschen Ende und ist augenscheinlich ihren Aufgaben nicht gewachsen“, sagt der GdP-Landesbezirkschef Michael Purper. Im Falle der Legionellen verlangt die GdP, dass regelmäßig Proben sämtlicher Sanitäranlagen genommen werden und auch die Legionellenfilter kontinuierlich ausgetauscht werden.

Anfang Februar war am Wochenende ein Wasserrohr im Abschnitt 42 geplatzt und hatte den Keller überflutet. Heizung, Wasser und teilweise der Strom fielen aus. Laut Polizeigewerkschaft wollte die BIM erst am Montag helfen. „Nur auf Druck von außen stellte die BIM dann doch noch am Sonntag Heizungslüfter, Dixi-Toiletten und Baulampen auf“, sagte eine GdP-Sprecherin. Allerdings hat die Polizei nach Auskunft von Sprecher Carsten Müller die Kollegen in den betroffenen Dienststellen bei konkretem Verdacht auf Legionellen jeweils sofort informiert.

Die BIM bestätigt, dass viele Polizeigebäude in einem „schlechten Zustand“ sind. „Die Sanierung erfolgt, allerdings nach Prioritäten“, sagte eine BIM-Sprecherin. Dort, wo aufgrund baulicher Mängel Gefahr für Leib und Leben bestehe, werde zuerst saniert. Allerdings stünde auch nur ein „gewisses Budget“ zur Verfügung. Die Sanierung erfolge in Absprache mit dem Mietermanagement der Polizei. Dort, wo nun Legionellen gefunden worden waren, seien „alle erforderlichen Maßnahmen getroffen“ worden. So seien Filter eingebaut oder Waschbecken demontiert worden. Wie man insgesamt mit dem maroden Abschnitt 42 umgehe, sei noch ungewiss: Die Polizei erwäge, den Abschnitt zu schließen, sagte die Sprecherin.

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