Berlin : Helfen ist eine Kunst

Großer Andrang bei der Versteigerung im Tagesspiegel-Verlagshaus zugunsten des Kinderschutz-Zentrums.

Anne Balzer[Annette Kögel]
Poppig. Dieses Gemälde von Thierry Noir war auch versteigert. Foto: Thilo Rückeis
Poppig. Dieses Gemälde von Thierry Noir war auch versteigert. Foto: Thilo Rückeis

Das Kunstwerk von Oliver Kornblum heißt „Beaches XXIV“, Öl auf Leinwand. Es ist klein, aber groß nachgefragt. Das Mindestgebot liegt bei 80 Euro. Wer bietet mehr? Rasant steigen die Gebote, die Kärtchen werden gezückt. 190 Euro. Pause. „Sie dürfen noch mitmachen“, treibt Auktionator Fares Al-Hassan weiter an. 240 Euro. Zum Ersten, zum Zweiten – und noch einmal wird überlegt. Schließlich geht das Bild weg, für 320 Euro, bestimmt für einen guten Zweck.

Es war einiges los in der kleinen Galerie im Tagesspiegel-Verlagshaus am Askanischen Platz in Kreuzberg. Es sollte viel in die Kasse kommen. Der Erlös der Kunstauktion, zu der Galerist Andreas Kuhn, Eventveranstalterin Sonja Zunker und auch der am Sonntag ehrenamtlich tätige Auktionator Fares Al-Hassan geladen hatten, kam dem Kinderschutz-Zentrum Berlin zugute. 50 Künstler stellten ihre Werke zur Verfügung, Jugendsenatorin Sandra Scheeres unterstützte als Schirmherrin die Auktion.

Die einen boten mit, die anderen schauten nach links auf die Bühne, denn dort konnte man live verfolgen, wie ein Bild entsteht. Der Künstler Thierry Noir schwang seinen Pinsel und malte ein farbenprächtiges Kunstwerk gemeinsam mit seinem Künstlerkollegen Kani Alavi. Zum Schluss wurde auch das versteigert – für 800 Euro. Auch das Gemälde „Schneeeule“ von Sabine Ranft, gemalt in Acryl auf Leinwand, wechselte den Besitzer.

Das Kinderschutz-Zentrum hilft laut Elke Nowotny, der Vorstandsvorsitzenden, in jedem Jahr rund 1000 Kindern, darunter sind auch viele sexuell missbrauchte Mädchen. Die Mitarbeiter betreuen auch deren Eltern und bieten Mädchen und Jungen Schutzräume. Das Budget des Vereins, der nur teilweise vom Senat finanziert wird, ist knapp. So sollen die Einnahmen der Versteigerung etwa bei der Anschaffung von therapeutischem Spielzeug oder auch Sportgeräten helfen, ebenso wie bei der Finanzierung von Zusatzstunden der Psychologen für Soforttherapien. Zwischen 5500 und 7000 Euro kamen bei den vergangenen vier Auktionen jeweils zusammen. Diesmal lag der Betrag darüber, das höchste Ergebnis bislang, zur Freude der Veranstalter. Anne Balzer, Annette Kögel

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