Berlin : Helft Zille!

Lothar Heinke

Jetzt schlagen wir mal Zille-Alarm. Der Ehrenbürger aus Sachsen soll seine Wahl-Heimat im ältesten Teil der Stadt verlassen, weil es am Geld für den Unterhalt des kleinen Museums an der Nikolaikirche fehlt. Zille – das ist eine Art Zugnummer für das Nikolaiviertel. Bei ihm machen die Touris kille-kille, um dann in eine der zahlreichen Kneipen abzuschwenken, die sich allesamt auf Pinselheinrich und seine Vorliebe fürs Kaschemmenhafte berufen. Die verdienen, indirekt, also an dem Berlin-Boom, auf dem unser Maler sitzt, an seinem Zigarrenstummel zieht und den Pinsel schwingt, ununterbrochen. 50 000 Euro fehlen, um drei Leute im Museum zu bezahlen. Nun darf darüber gerätselt werden, wer dafür zuständig ist und seine wärmende Hand bewegt: Die klamme Stadt, für deren Ruf (sexy, aber arm) olle Zille eine Menge getan hat? Die Touristenvermarkter? Unser Stadtmuseum? Die Gastronomen am Spreeufer? Eine Firma? Eine Bank? Ein Sponsor, so edel wie reich? Schau einer schönen Stadt einfach tief in die Augen: mehr Pinkepinke und guter Wille für Vater Zille!

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