Helles Deutschland : Fahrräder für Flüchtlinge

Dominique Ecken, 59, aus Friedrichshain, hat mit anderen Helfern in der Flüchtlingsunterkunft Karlshorst eine Fahrradwerkstatt aufgebaut.

Sophie Aschenbrenner
Dominique Ecken lernt über die Fahrradwerkstatt auch viele Geflüchtete kennen.
Dominique Ecken lernt über die Fahrradwerkstatt auch viele Geflüchtete kennen.Foto: Privat

"Vor zwei Monaten habe ich Hygieneartikel beim Lageso abgegeben. Die Zustände dort fand ich schrecklich. Genau an diesem Abend wurden vom Lageso zwei Busse mit Flüchtlingen nach Karlshorst in die Notunterkunft gebracht. Spontan bin ich hingefahren, um zu helfen. Wir haben die Menschen empfangen und ihnen ihre Zimmer gezeigt. Ich fand es sehr beeindruckend, dass auch alleinreisende Frauen mit kleinen Kindern unterwegs waren, die nicht mehr als eine kleine Reisetasche dabei hatten.

Wenn die Asylsuchenden wirklich vor einem stehen, bekommt das Thema eine ganz andere Dimension. Von diesem Moment an war ich so berührt, dass ich gerne weiter helfen wollte. Mit zwei anderen Leuten kam die Idee, in der Karlshorster Unterkunft eine Fahrradwerkstatt aufzumachen, dort arbeite ich jetzt etwa zwölf Stunden die Woche.

Die Asylsuchenden willkommen heißen

Die Flüchtlinge interessieren sich sehr für die Räder. Vor allem habe ich viel mit Jugendlichen zu tun, weil sie gerne in unsere Werkstatt kommen, um die ergatterten Räder zu verbessern. Ich kann zwar nicht besser reparieren als ein Hobbybastler, aber wir haben auch Leute dabei, die spezielle Reparaturen können wie Räder auswuchten oder die Gangschaltung einbauen. 

Die Räder bekommen wir gespendet. Mir liegt vor allem der Umgang mit Menschen. Ich mag es, irgendwie mit den Asylsuchenden zu kommunizieren, obwohl man die Sprache nicht kann, und ihnen etwas Positives zu geben, auch wenn es nur ein Lächeln ist. Das geht über das reine Fahrradreparieren hinaus. Ich möchte den Leuten zeigen, dass es in Deutschland wirklich nette Menschen gibt, die sie willkommen heißen."

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de

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