Helles Deutschland : Flüchtlingsarbeit statt Hausarbeit

Kai Gärtner, 28, aus Karlshorst, engagiert sich neben seinem Studium für Flüchtlinge.

Sophie Aschenbrenner
Kai Gärtner schiebt seine Arbeiten für die Uni noch ein bisschen auf, um sich für Flüchtlinge einzusetzen.
Kai Gärtner schiebt seine Arbeiten für die Uni noch ein bisschen auf, um sich für Flüchtlinge einzusetzen.Foto: Privat

"Seit das Flüchtlingsheim in Karlshorst eröffnet hat, bin ich jeden Tag dort, wenn es meine Zeit erlaubt. Ich habe mich dort schnell mit den Menschen vernetzt, die für die Internetseiten verantwortlich sind. Jetzt bin ich sozusagen der Informationsbringer auf den Facebook-Seiten der Helfergemeinschaften, antworte auf Fragen und Kommentare, beobachte die Diskussionen und stehe eng mit den Moderatoren in Kontakt.

Dazu betreue ich den Twitteraccount. Für diese Arbeit habe ich mir sogar endlich ein Smartphone angeschafft. Morgens mache ich erstmal eine Runde auf Facebook, dann schaue ich den ganzen Tag über immer mal wieder auf die Seiten. Außerdem arbeite ich in der Kleiderkammer.

Entstandene Freundschaften

An meinem allerersten Tag habe ich vier Leute aus dem Libanon kennen gelernt. Sie wurden an andere Orte umverteilt, aber ich stehe mit ihnen auch heute noch über Facebook und Whatsapp in engem Kontakt. Weil es in Karlshorst wenig Möglichkeiten zum Ausgehen gibt, habe ich mal meine Wasserpfeife von Zuhause mitgebracht und wir haben den Abend zusammen verbracht.

In den wenigen Tagen, die wir zusammen waren, sind wir uns sehr nahe gekommen. Einem anderen Mann habe ich ein Handy besorgt, weil er seines auf der Flucht verloren hatte. Er ist mir immer noch sehr dankbar, weil er wieder mit seiner Familie in Kontakt sein kann.

Manchmal ist es auch anstrengend, zum Beispiel, wenn die Kinder sehr fordernd sind und Spielzeug wollen. Aber sie kennen mich mittlerweile, und wissen, dass ich auch mal streng werden kann."

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de

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