Helles Deutschland : Flüchtlingshilfe in Kreuzberg

Alwara Thaler, 37, aus Kreuzberg, engagiert sich bei "Kreuzberg Hilft".  

Sophie Aschenbrenner
Die Filmschaffende Alwara Thaler hat es geprägt, die Flüchtlinge vor dem Lageso zu sehen.
Die Filmschaffende Alwara Thaler hat es geprägt, die Flüchtlinge vor dem Lageso zu sehen.Foto: Privat

"Ich bin Filmschaffende, im Sommer habe ich in Babelsberg an einem Film gearbeitet. Am Ende des Drehs hatten wir noch das ganze Lager voll mit Sachen, die niemand mehr verwenden würde. Als ich gesehen habe, wie schlecht es den Menschen vorm Lageso geht, habe ich das Auto vollgepackt und Essen und Getränke hingefahren.

Plötzlich stand ich inmitten von Leuten, die auf mein Auto zugestürmt sind. Das war für mich ein einschneidendes Erlebnis. Im Lager hatten wir unter anderem noch kleine Tischlampen und Hygienematerial. Diese Sachen habe ich an verschiedene Einrichtungen verteilt, zum Beispiel habe ich in die Kirche am Südstern Betten gebracht. Zurück in Berlin, hatte ich jeden Tag ein schlechtes Gefühl, wollte wieder zum Lageso fahren und hatte gleichzeitig Angst. Als ich auf Facebook den Aufruf von „Kreuzberg hilft“ gesehen habe, bin ich hingegangen.

"In meinem Umfeld hat jeder etwas gespendet."

Es war toll, weil ich sofort gemerkt habe, dass ich richtig anpacken konnte. Durch die Filmarbeit bin ich es gewohnt, in Stresssituationen schnell Lösungen zu finden. Jetzt sind jeden Tag sechs oder sieben freiwillige Sortierer da und ebenso viele Fahrer. Es funktioniert richtig gut, wir können jeden Tag sechs bis sieben verschiedene Einrichtungen anfahren.

Das hat mich beflügelt und ich habe gemerkt, dass wir gemeinsam wirklich was bewegen können. In meinem Umfeld hat jeder etwas gespendet, auch Leute, die sonst nie etwas machen. Manchmal kommen Flüchtlinge  vorbei, um sich selbst etwas auszusuchen, das finde ich schön. Dann haben wir eine halbe Stunde komplett zu."

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de

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