Helles Deutschland : Persisch für Flüchtlinge

Sonja Göhlich, 65, helfen ihre Persischkenntnisse bei der Flüchtlingsarbeit.

Sophie Aschenbrenner
Sonja Göhlich hat dafür gekämpft, afghanische Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen.
Sonja Göhlich hat dafür gekämpft, afghanische Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen.Foto: Privat

"Mein Mann ist Iraner, deswegen spreche ich Farci. Als in die Turnhalle der FU im Winter 200 Flüchtlinge einzogen, bin ich hingegangen. Es gab dort nur einen Iraner, aber 21 Afghanen, die Dari sprechen, das dem Farci ähnelt. Ich habe für sie übersetzt und sie bei Behördengängen begleitet.

Sprache ist sehr wichtig, denn durch sie kann viel leichter Nähe entstehen. Mein Mann und ich haben auch persisch gekocht und die Familien zu uns eingeladen, oder ich bin mit ihnen ins benachbarte Völkerkundemuseum gegangen. Der Iraner ist ein guter Freund geworden, bei den drei Familien, die ich begleite, stelle ich manchmal schon unterschiedliche Einstellungen und Verhaltensweisen fest. Aber die Kinder sind toll.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Für die afghanischen Familien habe ich zusammen mit anderen nach Wohnungen gesucht. Das war oft frustrierend. Für eine neunköpfige Familie hat eine Immobilien GmbH seit Juni eine Sozialwohnung freigehalten. Seit Mai wohnen sie im Hostel, da es nicht genügend Heimplätze gibt. Das kostet 13500€ im Monat. Die Wohnungsmiete würde 1009€ betragen. Das Lageso hatte zugestimmt, das Wohnungsamt aus formalen Gründen nicht. Erst als ich mich jetzt an den Beirat für Zusammenhalt gewandt habe, hat es geklappt.

Eine Wohnung für eine andere Familie kostet 63 € mehr als vom Lageso vorgesehen. Eine Frau aus unserer Kirchengemeinde würde die Differenz zahlen, aber das geht nicht. Jetzt haben wir wenigstens einen Transfer vom Container in Hohenschönhausen nach Zehlendorf erreicht, wo die zwei Mädchen in den vertrauten Kindergarten gehen können und die ganze Familie integriert ist."

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