Helles Deutschland : Sport für Flüchtlingskinder

Birger Marquardt, 66, macht in Lichtenrade in den Ferien Sport mit Flüchtlingskindern.

Sophie Aschenbrenner
Birger Marquardt war früher Sportlehrer und bietet in den Ferien Sport für Flüchtlingskinder an.
Birger Marquardt war früher Sportlehrer und bietet in den Ferien Sport für Flüchtlingskinder an.Foto: Privat

Ich bin pensionierter Sportlehrer und engagiere mich im Flüchtlingsheim in Lichtenrade. Den Kindern dort fiel anfangs in den Ferien die Decke auf den Kopf. Ich wusste, dass in den Ferien oft Sporthallen frei stehen und habe beim Bezirksamt beantragt, dort Sportangebote machen zu können.

Jetzt haben wir ein Kinderhaus auf dem Gelände mit Spiel- und Betreuungsangeboten. Zunächst kamen etwa acht Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, Jungs und Mädchen gemischt. Sport hilft oft, um sich abzulenken und an etwas anderes zu denken. Ich hoffe, dass sich in den nächsten Herbstferien mehr Kinder beteiligen. Mit kleinen Staffel- bzw. Ballspielen wurden die Kinder beschäftigt und konnten sich austoben.

Mir ist aufgefallen, dass sie sich nicht lange konzentrieren konnten und am liebsten alles gleichzeitig gemacht hätten. Der Altersunterschied war groß, dazu gab es Sprachschwierigkeiten.

Zum ersten Mal im Leben Schnee

In den Sommerferien waren die Kinder viel draußen, zum Beispiel im Britzer Garten. Es war faszinierend, wie sich die Kinder auf den großen Spielplätzen selbstständig für zwei bis drei Stunden beschäftigt haben.

Diesen Winter würde ich sehr gerne mit ihnen Schlitten fahren, das stelle ich mir toll vor. Vergangenes Jahr waren wir einmal eine halbe Stunde im verschneiten Wald spazieren. Schnee kannten einige Kinder nicht.

Mir ist aufgefallen, dass die Kinder sehr aufgeschlossen und neugierig sind und Dinge sehr schnell annehmen. Doch wenn sie Sachen geschenkt bekommen haben, versuchen sie, so viel wie möglich für sich zu nehmen, was wohl ihrer Fluchtsituation geschuldet ist. Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass die Kinder manches noch nicht würdigen können.

Es macht sehr viel Spaß und bringt viel Freude, in die lachenden Augen der Kinder zu schauen und es ist natürlich schwer, pauschal zu kritisieren, wenn man die Gesamtumstände der Flucht und ihrer Lebensbedingungen nicht kennt.

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