Berlin : Hermann Henselmann: Vom Haus des Lehrers zum Haus der Leere

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Moderne Technik in der Hülle der 60er Jahre - so soll die Zukunft für das Haus des Lehrers und für die Kongresshalle am Alexanderplatz aussehen. "Die 60er sind Kult", sagt Olaf Köhler, Geschäftsführer des Investors Haus am Köllnischen Park. Allein das moderne Innenleben fehle noch. Das Konzept für die Sanierung der beiden Gebäude stellten die Investoren, neben dem Haus am Köllnischen Park auch die Wohnungsbaugesellschaft Mitte, gestern vor.

Geplant ist, das Haus des Lehrers zu entkernen. Treppen und Sanitärtrakte, die derzeit den freien Blick auf den Alex blockieren, sollen neuen Räumen weichen und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Damit würde sich die Nutzfläche eines der wichtigsten Häuser der DDR-Moderne von 33 auf 75 Prozent erhöhen. Lichtschächte sollen darüber hinaus die hinter dem Fries verborgene vierte Etage luftiger und heller machen. Die dritte Etage bleibt jedoch weiterhin fensterlos. "Wir stellen uns hier eine Nutzung durch Archive vor", sagt Hans-Jürgen Schreiber, zweiter Geschäftsführer des Hauses am Köllnischen Park.

Für die Außenhaut des von Hermann Henselmann entworfenen Hauses gibt es strenge Auflagen vor. "Deshalb bleibt die Fassade wie sie Mitte der 60er einmal vorgesehen war", bestätigt Schreiber. Auch das Wandfries des Künstlers Walter Womacka bleibt erhalten. Für die derzeitigen Mieter des Hauses - Architekten, Werbefachleute und Start-up-Unternehmer - bleibt ebenfalls alles beim Alten. Ihnen ist der Wiedereinzug bereits versprochen.

Die benachbarte Kongesshalle, die inzwischen als Berliner Congress Center firmiert, soll von Grund auf saniert werden. Auch hier wollen sich die Investoren an die ästhetischen Vorgaben halten. "Die Moderne mit Stahl und Glas" solle dort nicht einziehen, so Schreiber. Lediglich die Küche wird in den Keller verlegt, die 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden so umgebaut, dass dort Platz für Kongresse mit bis zu 1000 Besuchern ist. Dazu werden die Räume vor allem technisch aufgerüstet.

Im Juli kommenden Jahres rücken die Handwerker an, Ende des Jahres wollen die beiden Investoren den Kaufvertrag über die bislang landeseigenen Gebäude unterschreiben. Über die Kosten für Erwerb und Restaurierung halten sie sich derzeit noch bedeckt. "Mehrere Dutzend Millionen Mark", sagt Schreiber vage, allein die Sanierung des Frieses koste eine Million Mark. In gut zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. "Silvester 2003 ist der erste Termin in unserem Kalender", sagt Schreiber.

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