Heroin in großem Stil verkauft : Mutmaßliche Drogenbande auf der Anklagebank

Die mutmaßliche Drogenbande um den 33-jährigen Hussein A. soll auf Berlins U-Bahnhöfen in großen Mengen Heroin verkauft haben - rund 80 000 Euro sollen dabei in drei Monaten umgesetzt worden sein. Die Beweislast ist erdrückend.

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Sie nahmen die Bestellungen per „Servicetelefon“ auf und wickelten den Handel stets auf Bahnhöfen ab. Innerhalb von knapp drei Monaten soll die mutmaßliche Drogenbande um den 33-jährigen Hussein A. Heroin im Wert von rund 80 000 Euro umgesetzt haben. An 65 Tagen habe die Gruppierung auf Stationen der U-Bahn-Linien U7, U9, U2, U3 sowie an der S-Bahn-Linie 1 gedealt und dabei 2 460 Heroinkügelchen verkauft. Fünf Monate nach der Festnahme sehen A. sowie sechs weitere Männer und Frauen seit Mittwoch vor Gericht. Die Beweislage scheint erdrückend. Die Verteidiger kündigten umfassende Geständnisse an.
Hussein A., ein gelernter Autoschlosser, steuerte laut Anklage das Geschäft. Er habe für Heroin-Nachschub gesorgt und die Einnahmen gebunkert. Seine rechte Hand war Ermittlungen zufolge Ismain Y., sein 28-jähriger Neffe. Y. war der Mann fürs Strecken, Verpacken und Vermitteln von Kontakten zu Drogen-Lieferanten. Mit der 22-jährigen Nastassja S. sitzt die Frau mit auf der Anklagebank, die ihre Wohnung in Schöneberg als „Bunker“ zur Verfügung gestellt hatte. Sie war laut Anklage auch am Abwiegen von Drogen beteiligt. „Läufer“ der Gruppierung seien mit Heroinkügelchen für 20 Euro pro Stück zu Treffpunkten mit Kunden dirigiert worden. Madeleine Se. (25) sei dafür zuständig gewesen, die „Läufer“ auf den Bahnhöfen mit Nachschub zu versorgen.

Die U7 zwischen Fehrbelliner Platz und Gneisenaustraße sowie der U-Bahnhof Heidelberger Platz waren für die Gruppierung um den einschlägig vorbestraften A. das Haupteinsatzgebiet. Der „Chefläufer“, ein damals 17-jähriger Libanese, soll zwischen dem 26. Juni und 12. September zwölf Stunden täglich gedealt haben. Er war Angaben zufolge erst drei Monate zuvor nach Deutschland gekommen. Der „Chefläufer“ stand bereits vor einem Jugendgericht. Er erhielt zwei Jahre und sieben Monate Haft. Der Prozess geht am Freitag weiter.

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