Berlin : Heroinschmuggel: Mutmaßliche Bande vor Gericht

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Drei Schmuggelflüge innerhalb von zehn Wochen wurden organisiert. Die Fahnder aber waren den Rauschgifthändlern schnell auf der Spur: Einen Kurier mit 4,9 Kilogramm Heroin in einem präparierten Koffer schnappten die Ermittler auf dem Flughafen Schönefeld, einen nächsten sechs Wochen später mit rund 4,7 Kilogramm im doppelten Boden seines Gepäcks, den dritten schließlich am 23. September letzten Jahres auf dem Flughafen Tegel. Fünf mutmaßliche Mitglieder der Bande, die insgesamt mehr als 13 Kilogramm Heroin geschmuggelt haben soll, müssen sich seit gestern vor dem Landgericht verantworten.

Bis auf einen der Angeklagten lebten die türkischen Männer seit Jahren in Berlin. Offiziell waren sie arbeitslos. Vor etwa einem Jahr sollen sich der 43-jährige Alican S. und zunächst zwei der Angeklagten zu kriminellen Geschäften verbunden haben. Ihr gemeinsames Ziel nach Überzeugung der Anklage: Heroin sollte aus der Türkei durch angeworbene Kuriere auf dem Luftweg nach Berlin geschmuggelt und hier gewinnbringend verkauft werden. Mit ihren Lieferanten in der Türkei hätten sie ein „eingespieltes Bezugs-, Verpackungs-, Transport-, Absatz- und Finanzsystem“ gebildet.

Die finanziellen Mittel für das Drogengeschäft stellte den Ermittlungen zufolge Alican S. bereit. Der siebenfache Vater, der seit mehr als 15 Jahren in Deutschland lebt und zunächst als Bauhelfer arbeitete, habe die Gelder an die gesondert verfolgten Lieferanten überwiesen. Der 24-jährige Ibrahim S. organisierte laut Anklage die Schmuggelflüge. Der 33-jährige Burhan S. habe seine persönlichen Kontakte in die Türkei eingebracht und zwischen Lieferanten und den angeworbenen Kurieren vermittelt.

Die drei mutmaßlichen Drogenhändler haben seit ihrer Festnahme geschwiegen oder die Vorwürfe pauschal bestritten, die beiden als Kuriere angeklagten Männer sollen in früheren Aussagen vor allem Alican S. belastet haben. Er sei zumindest in einer Aussage als Kopf des Ganzen beschrieben worden. Die fünf Türken wollen sich an den nächsten Verhandlungstagen äußern. Der Prozess wird am 1. August fortgesetzt. K.G.

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