Heros-Pleite : Brandenburg: 200 Arbeitsplätze in Gefahr

Nach dem Insolvenzantrag des Geldtransporteurs Heros in Folge eines Betrugs sind laut Verdi auch in Brandenburg rund 200 Arbeitsplätze gefährdet.

Potsdam - Ende November hatte Heros den Potsdamer Standort des schwedischen Konzern Securitas übernommen. «Der wurde seitdem systematisch heruntergewirtschaftet», sagte der ver.di-Bundesfachgruppenleiter für Wach- und Sicherheitsgewerbe, Gerald Richter, am Dienstag der dpa. Securitas habe in Potsdam bis zur Übernahme schwarze Zahlen geschrieben.

«Potsdam war für Securitas ein wichtiger Standort, weil von hier aus nicht nur Potsdam und Umgebung, sondern auch Berlin mit beliefert wurde», sagte Richter. Mit dem Verkauf an Heros habe Securitas die bundesweit 1700 Arbeitsplätze gefährdet, denn schon damals sei klar gewesen, dass sich Heros nicht an allgemein verbindliche Tarifverträge halte. «Deswegen fordern wir Securitas zum Eingreifen auf», sagte Richter. Vielleicht sei es möglich, Teile aus der Insolvenzmasse zurückzukaufen. «Jedenfalls muss Securitas dafür sorgen, dass die Arbeitsplätze ihrer ehemaligen Mitarbeiter erhalten bleiben», sagte Richter.

Die gesamte Heros-Gruppe hat nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste bei den Geldtransporten einen Marktanteil von rund 50 Prozent. «Es ist also auch weiterhin Bedarf an Arbeitskräften in diesem Gebiet vorhanden», sagte Richter. Deswegen sei es auch möglich, dass die Heros-Mitarbeiter von anderen Geldtransportunternehmen übernommen werden. «Die dürfen nicht nur die Aufträge von Heros übernehmen, sondern müssen auch die Beschäftigten einbeziehen», sagte Richter. «Immerhin handelt es sich um qualifizierte Leute, die es nicht wie Sand am Meer gibt.»

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler hat sich der Betrug in der Führungsetage von Heros abgespielt. Zwei der Verhafteten seien der Unternehmensführung zuzurechnen, zwei der Ebene darunter, sagte Staatsanwalt Norbert Jansen in Mönchengladbach. Einige von ihnen hätten zu den Vorwürfen Stellung genommen und auch die Höhe des Schadens auf 300 Millionen Euro beziffert. (tso/dpa)

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