Berlin : Hertha braucht Profis

Gute Berufschancen im Sportmarketing: Pixelapostel bereitet mit dem Bachelor of Media Management darauf vor

Cay Dobberke

Sechs Semester dauert der bundesweit einzigartige Studiengang mit dem staatlich anerkannten Abschluss „Bachelor of Media Management“, den die private Berliner Kommunikations-Akademie Pixelapostel ab dem kommenden Wintersemester anbietet. Dabei stehen zwei Fachrichtungen zur Wahl: Sport und Event-Management oder PR und Kommunikationsmanagement. Tagesspiegel-Leser können sich am Wettbewerb um zwei kostenlose Studienplätze beteiligen (siehe Kasten). Begleitend dazu informieren wir über die beruflichen Chancen und die Praxis.

Wenn sich Hertha-Fans im Olympiastadion die Haare blau-weiß färben lassen können, haben die Sportevent-Manager des Fußballklubs wieder einmal eine neue Idee verwirklicht. Bei bisher zwei Heimspielen gab es eine Kooperation mit der Friseurinnung. Auch das „Fan-TV" auf der Anzeigetafel im Stadion, VIP-Veranstaltungen für Unternehmenspartner, die Beteiligung von Hertha BSC am Kurfürstendamm-Fest im September oder die Saisoneröffnungs-Partys gehören zu den Aufgaben. „Die Fußballvereine werden sich weiter professionalisieren", sagt Herthas Marketing- und Vertriebsleiter Olaf Bauer. Deshalb gebe es gute Berufschancen in der Organisation von Sportveranstaltungen.

Derzeit sind drei der rund siebzig Mitarbeiter der Geschäftsstelle nahe dem Olympiastadion in diesem Bereich tätig; sie arbeiten mit verschiedenen Agenturen zusammen. Zum eigenen Geschäftszweig hat sich das Merchandising entwickelt. Die Fan-Shops mit ihrem Sortiment aus Kleidung, Taschen und Accessoires sind jetzt eigenständige „Profit Center". Bisher gibt es die Läden in den Gropius-Passagen, am Breitscheidplatz und in der Geschäftsstelle nahe dem Olympiastadion. Weitere Standorte sind angedacht.

Lange war Hertha BSC hauptsächlich ein eingetragener Verein und nur nebenbei eine Firma. Früher arbeiteten lediglich eine Hand voll Menschen in der Geschäftsstelle. Der Wandel setzte zwischen 1996 und 1997 ein, als Ufa Sports einstieg und Dieter Hoeneß als Geschäftsführer kam. Später brachte der Wiederaufstieg in die erste Bundesliga einen weiteren Schub. Auch bei anderen deutschen Fußballvereinen gab es eine stärkere Kommerzialisierung. Borussia Dortmund ging an die Börse, und Bayern München gründete mit Adidas eine Aktiengesellschaft.

Wer im Marketing eines Sportvereins arbeiten will, müsse „Allrounder" sein, sagt Bauer. „Es reicht nicht, zu sagen: Ich bin ein Fan." Allerdings gehöre die emotionale Bindung zu den nötigen Eigenschaften. Außerdem müsse man belastbar, kommunikativ und mit kaufmännischen Kalkulationen vertraut sein. „Es gibt noch keinen typischen Werdegang", sagt der Marketingchef über die passende Ausbildung. Ein Betriebswirtschaftsstudium allein genüge jedenfalls nicht. Der heute 35-Jährige hatte in Ravensburg einen Berufsakademieabschluss in Medien- und Kommunikationswirtschaft gemacht, zahlreiche Fachseminare über Sportmarketing besucht und eine Diplomarbeit über Herthas Zuschauerpotenziale in Berlin und Brandenburg geschrieben. Außerdem arbeitete Bauer drei Jahre lang als Marketingleiter der „Berliner Zeitung" und des „Berliner Kuriers".

Auch Herthas Internet-Auftritt gehört zu seinem Verantwortungsbereich. Die technische Umsetzung übernimmt eine Fachagentur, aber die Inhalte bestimmt der Klub. Unter www.herthabsc.de kann man Eintrittskarten und Fanartikel bestellen, Spieler-Interviews lesen - und manchmal sogar das Training per Videoübertragung sehen.

Dass die Berliner Kicker zuletzt in vier Ligaspielen kein Tor geschossen haben, erschwert das Marketing laut Bauer „eigentlich nicht“. Bisher zähle mehr, dass sich der Klub in den vorigen fünf Jahren gut in der Liga etabliert habe.

Kostenlose Informationsveranstaltungen zum Bachelor of Media Management gibt es jeweils mittwochs um 17 Uhr bei Pixelapostel an der Kuhligkshofstraße 4 im Steglitzer Kreisel. Telefon: (030) 797 42 950. Internet: www.pixelapostel.de

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