Hertha-Lied : Ein Herz für seinen Verein

Fernseher an, Karte raus: Die Fußballsaison beginnt. Daniel Rimkus stimmt sich schon mal ein.

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Im vorigen Sommer, kurz nach dem Abstieg, griff der TU-Student Daniel Rimkus für Umwelttechnik zur Gitarre und komponierte drauflos. Foto: Paul Zinken
Im vorigen Sommer, kurz nach dem Abstieg, griff der TU-Student Daniel Rimkus für Umwelttechnik zur Gitarre und komponierte...Foto: Paul Zinken

Die tristen Spiele gegen Ingolstadt und Paderborn sind Vergangenheit, die Tingelei durch die Fußballprovinz ist vorbei. Nach einem Jahr Pause ist Hertha BSC wieder in der Ersten Liga und startet am Sonnabend gegen den 1. FC Nürnberg in die Saison.

Mitten in der Ostkurve, wo die Hertha-Fans feiern, wird heute auch Daniel Rimkus stehen. Für den 26-Jährigen aus Moabit wird es eine besondere Spielzeit, denn es wird sich zeigen, wie viele Zuschauer sein Lied „Hertha und Schulle. Immer dabei“ mittlerweile singen können. In jeder Halbzeit wird er dann hören, wie der Song im Olympiastadion läuft: „Ich brauch Hertha, Schulle, mein Berlin und die Spree“, so geht der Refrain.

Entstanden ist das Lied eher aus Jux, und ins Stadion gekommen aus Zufall. Im vorigen Sommer, kurz nach dem Abstieg, griff der TU-Student für Umwelttechnik zur Gitarre und komponierte drauflos. Ein Freund bastelte mit Bildern ein Video dazu und stellte es heimlich ins Internet, wo es nach wenigen Tagen schon 2000 Klicks hatte. Mit Musikern vom Fanclub International nahm Rimkus später eine Rockversion auf, der Verein bekam einen Tipp und spielte das Lied fortan in der Halbzeit. Nach dem letzten Spiel gegen Augsburg sang Rimkus vor 77 000 Fans im Stadion, auf der Meisterfeier danach gab Stürmer Pierre-Michel Lasogga den Backgroundsänger. „Das Tollste überhaupt“, sagt Rimkus. Als Verteidiger Sebastian Neumann erzählte, dass er lieber Minimal höre, nahm Rimkus noch eine Electro-Version auf.

Der Hobby-Musiker, der früher mit Minerva 93 im alten Poststadion gespielt hat, ging schon mit dem Vater zu Hertha, als sich nur wenige Menschen im Olympiastadion verloren. Irgendwann Anfang der 90er war das, und im ersten Spiel gab’s prompt eine Niederlage. Warum er das Lied geschrieben hat? „Mich hat es genervt, dass Hertha als gesichtsloser Verein gesehen wird“, sagt er, „Hertha ist ein cooler Verein mit Herz und großer Schnauze.“ 75 000 Mal wurde sein Video bei Youtube mittlerweile angesehen.

Fast 60 000 Tickets gingen fürs erste Spiel im Vorverkauf weg, auch an den Abendkassen wird es noch Karten geben. Wer um 18.30 Uhr nicht im Stadion sein kann, guckt das Spiel in Kneipen. Die S-Bahn will heute Abend ein Chaos wie vor dem Freundschaftsspiel gegen Real Madrid vermeiden. Da kam es wegen des Andrangs und einer Teilsperrung der Ringbahn zu erheblichen Verspätungen. Vor und nach dem Spiel sollen zusätzliche Wagen und Züge eingesetzt werden, sagte ein Sprecher. Die Linien S5 und S75 sollen alle fünf Minuten fahren.

Um sich das Lied anzuhören klicken Sie hier.

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