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Hertha-Profi erwirkt Einstweilige Verfügung : AfD musste Plattenhardt-Foto löschen

Das Foto mit dem Hertha-Profi Marvin Plattenhardt ist vom Twitteraccount der AfD-Fraktion verschwunden. Dazu war allerdings ein Gerichtsbeschluss nötig.

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Kick gegen AfD. Marvin Plattenhardt hat ein erstes Duell gewonnen.
Kick gegen AfD. Marvin Plattenhardt hat ein erstes Duell gewonnen.Foto: imago/Bernd König

Die Berliner AfD-Fraktion hat das umstrittene Foto des Abgeordneten Frank Scheermesser mit dem Hertha-Profi Marvin Plattenhardt auf juristischen Druck von ihrem Fraktions-Twitteraccount genommen. Plattenhardt hatte die Fraktion dazu mit einer Einstweiligen Verfügung gezwungen. AfD-Pressesprecher Thorsten Elsholtz kritisierte die Entscheidung des Gerichts. "Die AfD-Fraktion wertet diesen Vorgang politisch als einen Versuch, unsere demokratisch gewählten Abgeordneten gesellschaftlich auszugrenzen. Dass Abgeordnete von den Vereinen selbst zu deren Sportveranstaltungen eingeladen würden, dort entsprechend öffentlich auftreten und anlassbezogene Fotos weiter verwenden, ist seit Jahrzehnten absolut üblich und somit kaum zu kritisieren."

Plattenhardt will Scheermesser nicht gekannt haben

Scheermesser, sportpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, sei mit 20 weiteren Mitgliedern des Landesparlaments in das Olympiastadion eingeladen worden. Elsholtz attackierte auch Plattenhardt selber. "Vor diesem Hintergrund", teilte Elsholtz mit, "und angesichts des für fast alle anderen Stadionbesucher nicht zugänglichen Ortes, an dem das Foto aufgenommen wurde, erscheint die Behauptung von Plattenhardt, er habe den Parlamentarier für einen Fan gehalten, höchst unglaubwürdig." Der Profi hatte erklärt, er habe Scheermesser nicht gekannt, als das Foto gemacht worden sei.

Scheermesser hatte noch am Montag dem Tagesspiegel erklärt, er sei „in letzter Konsequenz bereit“, sein umstrittenes Foto „löschen zu lassen“. Er hatte diesen Schritt allerdings von einem Gespräch zwischen der AfD-Fraktion und Hertha abhängig gemacht. Dieses Gespräch ergab aber nur, dass Hertha keinen weiteren Gesprächsbedarf sah. Plattenhardt hatte zuvor schon von der AfD-Fraktion die Löschung des Fotos verlangt. Das Foto blieb allerdings auf dem Account. Scheermesser hatte gegenüber dem Tagesspiegel eingeräumt, dass er sich Plattenhardt nicht in seiner politischen Funktion vorgestellt habe.

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