Berlin : Herzparty mit Präsident und Königin

Gala-Abend brachte 6,9 Millionen Euro für leidende Kinder

Elisabeth Binder

Die Knusperhäuschen und die Zimtsterne waren schon weihnachtlich genug. Von „Jingle Bells“, das zum Vorabempfang der Gala „Ein Herz für Kinder“ im Hangar 2 des Flughafens Tempelhof über Lautsprecher eingespielt wurde, erst gar nicht zu reden. Um zu erkennen, wie wahnsinnig weihnachtlich dieses letzte große Event vor der wohlverdienten Glamourpause wirklich ist, musste man allerdings, wie zum Beispiel Königin Silvia von Schweden, Bundespräsident Johannes Rau und Prinzessin Inaara Khan auch, erstmal das knapp dreistündige, von Thomas Gottschalk moderierte Programm über sich ergehen lassen. Bild-Chef Kai Diekmann erinnerte daran, wie vor 25 Jahren Axel Springer in der Zeitung las, dass ein Kind bei einem Verkehrsunfall gestorben ist, nur weil dort, wo eigentlich eine Ampel hätte stehen sollen, keine stand. Er rief dann die Aktion ins Leben, die im vergangenen Jahr 3,7 Millionen Euro für notleidende Kinder aufbrachte. An diesem Abend kamen sogar 6,9 Millionen Euro zusammen.

Einige von den notleidenden Kindern waren live dabei. Luisa zum Beispiel aus Minsk, grünes T-Shirt mit der Aufschrift „Some Girls are Born Winners“, dunkle Locken, schöne Augen. Im letzten Jahr war sie 13 Jahre alt und noch todkrank, Leukämie, eigentlich schon fast verloren. Mit Hilfe von „Ein Herz für Kinder“ konnte eine Operation finanziert werden. Inzwischen ist sie 14 und gibt als Berufswunsch „Model“ an. Während unten im Saal mehr solcher Schicksale vorgestellt wurden und zwischendurch gesungen wurde, zum Beispiel von Phil Collins und den No Angels, saßen oben auf einem Podest die Prominenten und telefonierten mit Spendern, was das Zeug hielt. Allein wie fieberhaft Landwirtschaftsministerin Renate Künast und die Begum Inaara Khan Namen und Kontonummern notierten, war eine Freude anzusehen.

Ganz zum Schluss bekam Königin Silvia von Bundespräsident Rau eine Auszeichnung überrreicht und einen Scheck für ihre eigene Stiftung, die World Childhood Foundation. Sie sagte, dass sie künftig auch in Berlin helfen wolle, wo sie eh einen Koffer habe: „Wildwasser“, „Kind im Zentrum“ und „Strohhalm“ heißen die Projekte, die sie hier unterstützt.

Anschließend gab’s Roastbeef und Wackelpeter, und die armen Kindern tobten sehr fröhlich zwischen den reichen Promis rum und sammelten Autogramme auf billigen Wirtshausblocks. Und keine albernen Security-Guards hinderten sie daran. Das war der weihnachtliche Part, der zeigte, dass es durchaus Grund zur Hoffnung gibt. Sogar fürs Glamour-Geschäft.

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