Berlin : Heterogen und homokulturell

Christopher Street Day erwartet Besucherrekord

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Die Love Parade ist diesmal out, und davon könnte der Christopher Street Day am Sonnabend profitieren. Kirsten Blanke vom CSDOrganisationsbüro vermutet, dass „ein paar mehr Leute kommen“ als im vergangenen Jahr. Aber auch im letzten Sommer gab es immerhin schon einen Rekord von 550000 Teilnehmern. Der Umzug zum 26. Berliner Christopher Street Day am 26. Juni wird jedenfalls mit Sicherheit wieder Hunderttausende auf die Beine bringen.

Der Abmarsch beginnt um 12 Uhr am Kurfürstendamm Ecke Knesebeckstraße, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zerschneidet das Regenbogenband, die Abschlusskundgebung startet um 17 Uhr an der Siegessäule. Dort spricht auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Dann gibt’s bis Mitternacht Party, unter anderem mit Jimmy Somerville und der Blue Man Group.

Organisatorisch ist nach Angaben der Veranstalter alles geregelt, am Freitag werden an der Siegessäule die Bühne und eine große Videoleinwand aufgebaut. Vor einem Jahr gab es davon zwei, aber da war auch das Jubiläumsfest. Nur das Wetter muss noch stimmen, aber die Aussichten sind eigentlich nicht schlecht.

Um dem Zug unter dem Motto „Homokulturell, multisexuell, heterogen“ den Weg durch die Stadt zu ebnen, hat die Polizei bereits gestern an der Stecke Halteverbotsschilder aufgestellt, die Freitag schon voll zur Geltung kommen. Und nutzt das alles nichts, wird die Polizei ab Sonnabend, 7 Uhr, „rigoros abschleppen“. Die Strecke des Umzugs führt vom Kurfürstendamm über Tauentzienstraße, Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Bülow-, Potsdamer Straße, Potsdamer Platz,Leipziger Straße, Ebertstraße, Straße des 17. Juni bis zur Siegessäule.

Bei der Demo soll unter anderem ein „umfassendes Antidiskriminierungsgesetz“ gefordert werden. Trotz des Lebenspartnergesetzes seien Lesben und Schwule nicht gleichberechtigt. Vom Senat wird eine „Bildungsoffensive“ erwartet, um Vorurteile zu bekämpfen. Die Veranstaltung wird mit Hilfe von Sponsoren finanziert, das Gesamtbudget beträgt rund 250000 Euro. Ebenfalls am Sonnabend wird als Alternativ-Veranstaltung der „transgeniale CSD“ um 14 Uhr am Rathaus Neukölln starten und über Hermannplatz und Kottbusser Damm zum Heinrichplatz führen. Die Veranstalter rechnen mit 3000 Teilnehmern.

Der Christopher Street Day geht auf das Jahr 1969 zurück: Damals gab es gewalttätige Proteste von Gästen einer Schwulenbar in der New Yorker Christopher Street gegen schikanöse Polizeirazzien.C. v. L.

Aus Anlass des Christopher Street Days in Berlin wird es am Freitag im Tagesspiegel eine Sonderseite geben.

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