Berlin : Hetzjagd-Prozess: Über 55 000 Mark für Revision gespendet

Frank Jansen

Die Resonanz ist überwältigend: Mehr als 55 000 Mark haben Spender überwiesen, um die Revision von Malik Guendoul gegen das Urteil im "Hetzjagd-Prozess" zu unterstützen. Guendoul ist der Bruder des in Guben zu Tode gehetzten Algeriers Farid Guendoul. Die Spendenbereitschaft sei "unglaublich", sagte Gabi Jaschke vom Verein Opferperspektive, der ein Konto zur Verfügung gestellt hat. Bis gestern gingen 55 732 Mark ein, der Zufluss scheint nicht zu versiegen.

Welche Empörung das Urteil des Landgerichts Cottbus ausgelöst hat, lässt sich laut Jaschke nicht nur an der Spendensumme ablesen. Auf zahlreichen Überweisungen sei als Verwendungszweck "Gerechtigkeit für Farid Guendoul", "Viel Erfolg" und ähnliches vermerkt. Das Landgericht hatte am 13. November nur einen von elf Angeklagten wegen der Hetzjagd mit Freiheitsentzug bestraft. Farid Guendoul war in der Nacht zum 13. Februar 1999 auf der Flucht vor der rechten Meute in eine Glastür gesprungen. Dabei schnitt er sich eine Knieschlagader auf und verblutete.

Malik Guendoul, der das Prozessende in Cottbus erlebte, kündigte Revision gegen die nach seiner Meinung zu milden Strafen an. Das könnte teuer werden - lehnt der Bundesgerichtshof den Antrag ab, sind Kosten in Höhe von 40 000 Mark zu erwarten.

Das Konto der "Opferperspektive" steht unter dem Kennwort "Revision" zur Verfügung (Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam, Kontonummer 350 201 6703, Bankleitzahl 160 500 00). Das Geld, das nicht für die Revision benötigt wird, geht an die Familie Guendoul in Algerien. Um ihre Not zu lindern, ruft auch Brandenburgs Ausländerbeauftragte Almuth Berger zu Spenden auf. Sie können unter dem Kennwort "Farid Guendoul" eingezahlt werden auf das Konto der RAA Brandenburg e.V. (Bank für Gemeinwirtschaft, Kontonummer 144 9474 600, Bankleitzahl 160 101 11).

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