Heute heißester Tag : Der Sommer dreht noch einmal auf

Die Meteorologen erwarten heute in Berlin mit 34 Grad den heißesten Tag des Jahres. Am Winterfeldtplatz in Schöneberg konnte man sich bereits gestern Abend eine spontane Dusche abholen - allerdings eine unbeabsichtigte.

Udo Badelt
295303_0_efd82a61.jpg Foto: Peters
Poolparty. Das Badeschiff Arena in Treptow gilt an heißen Tagen schon als Sommerklassiker. -Foto: Peters

Die Fontäne kam wie bestellt: Eine zwei bis drei Stockwerke hohe Wassersäule stieg plötzlich am frühen Mittwochabend am Rande des Schöneberger Winterfeldtplatzes in die Höhe – eine kleine Sensation für Passanten und Restaurantgäste, leider für eine spontane Dusche wegen des hohen Wasserdrucks ungeeignet. Aber der Wassernebel kühlte doch, bis Mitarbeiter der Wasserwerke den Rohrbruch durch Drehen am richtigen Ventil stoppten.

Spät kam der Sommer dieses Jahr, sehr spät, eigentlich erst Anfang August. Aber jetzt ist er da. Und dieser Donnerstag könnte der Höhepunkt werden. Die Meteorologen erwarten den heißesten Tag des Jahres. In Berlin sollen es laut Ronny Büttner vom privaten Wetterdienst Meteo Group 34 Grad werden. Den Wetterhistorikern entlockt das allerdings nicht mehr als ein müdes Lächeln. Der heißeste 20. August seit Beginn der Aufzeichnungen fiel mit 36 Grad ins Jahr 1947, der heißeste Tag überhaupt war der 11. Juli 1959 mit 37,8 Grad.

Trotzdem: Wer nicht arbeiten muss, der sollte den Tag nutzen – die Hitze-Periode geht schnell vorbei. Schon am Freitag kehrt das kühle Sonne-Gewitter-Gemisch, das diesen Sommer bisher geprägt hat, zurück. Aber auch wer arbeiten muss, könnte es gut haben, zumindest wenn hochsensible Computer in der Nähe sind, denn die müssen gekühlt werden.

Für alle anderen heißt es: Raus. Neben den bekannten und bewährten Klassikern wie Müggel-, Teufel-, Schlachten- und Wannsee verschaffen auch die Ufer der Spree Kühlung: Im Badeschiff oder in einer der Strandbars, die sich zwischen Friedrichshain und Kreuzberg entlangziehen. Die Bar 25 sollte man sowieso noch mal besuchen, bevor sie im Oktober schließen muss. Für Eltern mit Kindern ist das Planschbecken im Weinbergspark eine Option. Wer Biergärten mag und eine Alternative zu Schleusenkrug und Prater sucht, kann es mal mit dem etwas versteckt liegenden Golgatha im Kreuzberger Viktoriapark versuchen.

Außer dem Olympiabad (Leichtathletik-WM!) sind derzeit alle Freibäder geöffnet. „Zuletzt waren sie häufig schlecht besucht, jetzt könnten wir zehn Bäder mehr gebrauchen, um den Ansturm zu bewältigen“, sagt der Sprecher der Bäderbetriebe, Matthias Oloew. Damit die Besucher den „karibischen Sonnenuntergang“ in der Strandbar Wannsee erleben können, wolle man nicht auf der üblichen Schließzeit 20 Uhr beharren. Karibische Gefühle können übrigens auch beim Baden im Liepnitzsee bei Wandlitz aufkommen. Er ist eines der klarsten Gewässer Brandenburgs, bis zu sechs Meter tief kann man sehen. Doch letztlich ist es egal, wo man abhängt. Hauptsache, es ist endlich Sommer. Und bitte keine Klagen über die Hitze. Udo Badelt

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben