Berlin : „Hexen“ ziehen magisch an

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Beim Jahresempfang des Friedrichstadtpalastes untermalt die Big Band des Hauses eine Bilanz, die die „Doppelspitze“ des Revuetheaters den 200 Gästen stolz präsentiert: der fürs Künstlerische zuständige Thomas Münstermann und sein LeitungsPartner Guido Herrmann als Mann der Bilanzen haben errechnet, dass seit 1995, als aus dem Staatstheater eine GmbH geworden war, 4,8 Millionen Zuschauer in die Friedrichstraße 107 gepilgert sind. Die derzeit laufenden „Hexen“ sind zu 86 Prozent ausgelastet, bei der Kinderrevue „Münchhausen“ waren es sogar 99,6 Prozent. „So kann und wird es weitergehen“, hofft Sängerin Dagmar Frederic, die das Haus vor 20 Jahren mit eröffnet hat. Nun machen es ihr „Fernseh-Verpflichtungen ohne Ende“ unmöglich, in einer Revue monatelang allabendlich auf der Revue-Bühne zu stehen. Auch Schauspieler Wolfgang Völz denkt gern an seine Arbeiten im „Palast“. Beide sind Mitglieder im kleinen, aber feinen Freundeskreis des Hauses, dem Hans Eike v. Oppeln-Bronikowski vorsteht. Während junge Künstler über die für diesen Empfang bestens geeignete Show- Treppe des Westin Grand Hotels schweben, erzählt uns der Anwalt, mit welchen Mitteln die Freunde dem Haus helfen – indem zum Beispiel das Berliner Büro des Stuttgarter Architekten Peter Kappes die aktuelle Renovierung der Fassade kostenlos projektiert. Aber nicht nur Freunde der Revue aus dem ganzen Land fühlen sich mit dem Haus verbunden – ganz bescheiden in einer Ecke saß ein Ehrengast, den es immer wieder zu „seinen“ Leuten zieht: Wolf Leder. Der Mann mit der dunklen Brille hat 43 Jahre lang eine Revue nach der anderen ausgestattet – im Januar feierte er seinen 99. Geburtstag. Lo.

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