Berlin : Hic Berlin!

Andreas Conrad

rühmt olympische Leistungen fern von Athen Der Spruch des Tages wird Aesop zugeschrieben und geht so: Hic Rhodus, hic salta! Hier ist Rhodos, hier springe! So wurde einst ein antiker Fünfkämpfer aufgefordert, der nach der Heimkehr mit seinem sagenhaften Weitsprung auf Rhodos geprahlt hatte. Eine Episode aus der Steinzeit des Sports, heute schon deswegen undenkbar, da wir doch während der nun beendeten Athener Spiele mittels Bildschirm alle mit „auf Rhodos“ waren. So erübrigt sich heute Abend bei der Ankunft der Berliner Olympioniken in Tegel die Aesopische Mahnung. Die Gedanken der Hiergebliebenen gehen heute in eine andere Richtung. Gold, Silber, Bronze erringen – schön und gut, aber haben wir hier in der Zwischenzeit nicht auch einiges geleistet, durchaus wert, in die olympischen Disziplinen aufgenommen zu werden? Eine einzige Flamme entzünden, das kann jeder, aber mit einer Million Teelichtern den Verkehr einer Millionenstadt ausschalten, das schaffen nur wir. Auch in der Disziplin Warten sind wir unschlagbar, man blicke nur auf die MoMA-Schlangen. Und den Weltrekord in einer neuen, doch vielversprechenden Disziplin hält bis auf weiteres die hiesige PDS. Ihr Name: Hartz-Spagat.

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