Berlin : „Hieb gegen die Freundschaft“

Wie türkische Blätter zu einer Demo auf dem Kurfürstendamm aufriefen

Suzan Gülfirat

Die vom Bundestag beschlossene Resolution zu den Massakern an den Armeniern vor 90 Jahren im Osmanischen Reich und die Demonstration dagegen am Sonntag – das war eines der großen Themen der vergangenen Woche. Die Tageszeitung Türkiye bezeichnete den Beschluss am Sonnabend auf ihrer Titelseite als „Hieb gegen die Freundschaft“. In den Aufmacher platzierte das Blatt einen bebilderten Aufruf: „Auf zur Demonstration.“

Aber auch die anderen türkischen Tageszeitungen halfen dem Veranstalter Türkische Gemeinde zu Berlin (TGB), möglichst viele Protestler zu mobilisieren. Die Milliyet titelte bereits am Donnerstag: „Jetzt reicht es“. Der Protest der Türken in Deutschland richte sich nicht nur gegen diesen Beschluss des Bundestages, sondern auch gegen die verzerrte Berichterstattung der deutschen Medien über die Türkei, schrieb die Zeitung.

Ebenso scharf protestierten die Türken gegen die Broschüre „Armenier in Berlin – Berlin und Armenien“, den der Integrationsbeauftragte des Senats, Günter Piening, herausgegeben hat. „Protest an Piening“, schrieb die Hürriyet am Sonnabend über einer Nachricht auf dem Titel der Europa-Beilage. Nur sie berichtete darüber, dass Günter Piening sich mit Vertretern des TGB und der DITIB (Türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion), die unter der Verwaltung des Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei steht, getroffen hatte. „Dem Beauftragten (…) wurde als Reaktion gegen die Broschüre (…) ein Protestschreiben übergeben“, erklärte die Zeitung in den Unterzeilen und zeigte dazu eine Aufnahme von dem Treffen. Genau neben dieser Nachricht platzierte die Hürriyet ihre kurze Erinnerung: „Morgen ist die Demo in Berlin“.

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