Berlin : Hiebe für Liebe

Ein Fall für Drei - zweiter Teil: Die Ehefrau des Schauspielers Rainer Hunold steht vor Gericht

Katja Füchsel

Gegeben wird: Ein Fall für drei. Zweiter Teil des tragischen Lustspiels.

In den Hauptrollen: Schauspieler Rainer Hunold, seine Frau und die angebliche Geliebte.

Vorhang auf: Demnächst im Amtsgericht Tiergarten, Saal 371.

Was ihr könnt, kann ich schon lange – das muss sich Friederike H. gedacht haben, damals, als das Ehepaar Hunold sie angezeigt hatte. Wegen Diebstahls eines Bademantels. Da zog dann auch die 31-Jährige los, um bei der Polizei auszupacken, über jenen 17. Oktober 2001. Als sie in Reinickendorf auf der Straße Frau Hunold und Hund Harald begegnete, erst eine Faust in ihrem Gesicht landete, dann die Hundeleine…

Weil die Drei offenbar nicht voneinander lassen können, geht es im Amtsgericht Tiergarten demnächst in die zweite Runde. Die Drei, die einst eine gute Freundschaft verband – und vielleicht noch etwas mehr. Dieses Mal sitzt die Frau des Schauspielers („Ein Fall für zwei“, „Praxis Bülowbogen“) wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank, letztes Mal war es Friederike H. Die Hunolds hatten sie bezichtigt, im August 2001 mit einem nachgemachten Schlüssel in ihr Haus eingedrungen zu sein und einen Bademantel, eine Vase, ein Sparschwein, Urlaubsbilder und einen Terminkalender gestohlen zu haben. Gefunden hat die Polizei bei Friederike H. aber lediglich den Bademantel, mehrere Jahre alt und sehr bunt.

„Den hat er mir während unserer Liebesbeziehung geschenkt“, ließ die Angeklagte ihren Verteidiger beim ersten Prozess verlesen. Drei Jahre lang will sie mit Hunold (53) verbandelt gewesen sein. Kennen gelernt hatten sich beide, als die derzeit arbeitslose Luftverkehrsfrau noch bei der Fluggastabfertigung in Tegel arbeitete und dem Ehepaar ein Koffer abhanden gekommen war. Nur von einer Affäre wollte der Mime vor Gericht nichts wissen. „Es war eine freundschaftliche Beziehung gemeinsam mit meiner Frau“, beharrte Hunold als Zeuge.

Ob Affäre oder nicht – die Justiz schloss aus Mangel an Beweisen im November die Akte. Eigentlich sollte es heute in die zweite Runde gehen, doch der Termin wurde kurzfristig verschoben. Also bleibt Frau Hunold (47) noch etwas Zeit, sich auf die heiklen Fragen einzustellen. Eine Gehirnerschütterung und eine Platzwunde soll Friederike H. erlitten haben, nachdem sie laut Anklage im Oktober 2001 mit Faust und Hundeleine traktiert worden waren. Als Zeugin hatte Dr. Petra Hunold letztes Mal ausgesagt, sie wisse nichts von einer Beziehung ihres Mannes. Aber vielleicht hat sie auf der Straße ja das gestohlene Sparschwein so aufgebracht.

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