Berlin : Hilfe, die Freunde macht

Aktionstage werben für freiwilliges Engagement Freiwilligenagentur verzeichnet großen Zulauf

Jocelyne Kittel

„Engagement macht stark“ – noch bis zum 5. Dezember werben Plakate für die Aktionstage zum bürgerschaftlichen Engagement. Gesicht und Stimme der Kampagne ist die ZDF-Moderatorin Marietta Slomka. Sie verkündet eine gute Nachricht: „In Deutschland engagieren sich mehr als 23 Millionen Menschen freiwillig.“ Dass es auch in Berlin ein großes Potenzial gibt, weiß Carola Schaaf-Derichs, Sprecherin der Kampagne und Geschäftsführerin der Berliner Landesfreiwilligenagentur. „Zu uns kommen ganz unterschiedliche Leute: Junge, Alte, Studenten, Rentner, Berufstätige und Erwerbslose“, sagt Schaaf-Derichs. Mehr als 500 Interessierte nehmen pro Jahr an den kostenlosen Informationsgesprächen der Landesfreiwilligenagentur teil. Vermittelt werde davon gut die Hälfte.

Die Gründe für freiwilliges Engagement – ob in sozialen Projekten, im kulturellen Bereich, im Umwelt-, Natur- oder Tierschutz – seien vielfältig: „Manche möchten so ihre Wertvorstellungen realisieren. Andere wollen etwas Gutes tun oder sie sind am Gemeinwesen Berlin interessiert und möchten es mitgestalten.“

Seit 18 Jahren leitet Carola Schaaf-Derichs die Landesfreiwilligenagentur, die Erwartungen an eine Mitarbeit in gemeinnützigen Einrichtungen haben sich in dieser Zeit verändert: Nicht mehr nur Zeit spenden motiviert, sondern Gestaltungsmöglichkeiten, professionelle Unterstützung, Begleitung und Qualifizierung der freiwilligen Tätigkeit sind gefragt. „Unser vorrangiges Ziel ist, die Anerkennung des geleisteten Engagements zu verbessern“, sagt die Agenturleiterin.

Die Beratung von Organisationen zur effektiven Zusammenarbeit mit Freiwilligen ist deshalb ein entscheidender Teil der Agenturarbeit. Organisationen sollen Freiwillige als Partner verstehen, sie einarbeiten, ihnen eine Aufgabenbeschreibung inklusive Verantwortungs- und Zuständigkeitsbereich geben, Probezeit einräumen, Mitsprache erlauben, Anerkennung zeigen, Weiterentwicklung ermöglichen sowie Aufwandsentschädigungen und Versicherungsschutz garantieren. Schaaf-Derichs ist überzeugt, dass der offizielle Charakter dieser schriftlichen Rahmenbedingungen eine klare Linie in die Zusammenarbeit von Einrichtungen und Freiwilligen bringe: „Und wenn der Fahrplan läuft, profitieren beide Seiten.“

Neben der Vermittlungs- und Beratungstätigkeit organisiert die Landesfreiwilligenagentur den Berliner-Freiwilligen-Tag, wirbt um bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen und betreibt die Jugendfreiwilligenagentur Free. Erfolgreich vermittelt durch Free wurde zum Beispiel Christine Glaser. Neben ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau engagiert sich die 23-Jährige nun bei der Berliner Lebenshilfe. Dort betreut sie einmal pro Woche Kinder mit Down-Syndrom. „Anderen Menschen helfen, bereitet Freude“, sagt Christine Glaser. Das könne man mit Geld nicht aufwiegen.

Landesfreiwilligenagentur Berlin, Treffpunkt Hilfsbereitschaft, Torstraße 231, Mitte, Tel: 20 45 06 36, im Internet unter www.freiwilligenagentur-berlin.de

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