• Hilfe für das Flüchtlingsheim: Initiative "Hellersdorf hilft" bekommt Preis für Zivilcourage

Hilfe für das Flüchtlingsheim : Initiative "Hellersdorf hilft" bekommt Preis für Zivilcourage

Was als Facebook-Gruppe anfing, ist nun mit dem Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus geehrt worden: die Initiative "Hellersdorf hilft", die sich für eine Willkommenskultur gegenüber den Flüchtlingen einsetzt.

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Anpacken. Die Initiative „Hellersdorf hilft“ hat sich für einen freundlichen Empfang der Asylbewerber eingesetzt.
Anpacken. Die Initiative „Hellersdorf hilft“ hat sich für einen freundlichen Empfang der Asylbewerber eingesetzt.Foto: dpa

Erst vier Monate alt – und schon Preisträgerin. Dieses Kunststück ist der Initiative „Hellersdorf hilft“ gelungen. Für ihr Bemühen, eine Willkommenskultur im Kiez zu schaffen, erhielt sie am Dienstagabend im Hotel Adlon den Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus. Verliehen wird der Preis vom Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.“, der schon zum achten Mal ein Spenden-Dinner für den „Raum der Namen“ im Holocaust-Mahnmal ausrichtete. Die Urkunde für den Preis, der zum ersten Mal mit 3000 Euro dotiert war, überreichte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, an Luisa Seydel. Sie vertrat den parteiunabhängigen Zusammenschluss von Menschen, der im Bezirk Marzahn-Hellersdorf Hilfsangebote für Flüchtlinge koordiniert. „Damit werden wir viel bewegen können“, freute sie sich. „Gerade sind wir in der Vereinsgründung, weil wir uns langfristig engagieren wollen“, fügte sie hinzu.

"Hellersdorf hilft" startete als Facebook-Gruppe

Gestartet ist die Initiative im Sommer als Facebook-Gruppe, um dem von Neonazis geschürten Widerstand gegen das Asylbewerberheim in der Carola-Neher- Straße entgegenzutreten. In der Preisbegründung wurde auch die Vorbildfunktion dieser Initiative hervorgehoben, die bundesweit Aufsehen erregt hat. Sie habe auch andernorts Menschen ermutigt, rassistische Hetze gegen Asylunterkünfte im Keim zu ersticken, hieß es.

Auch die internationale Direktorin des Leo Baeck Instituts New York, Carol Kahn Strauss, war gekommen. Neuerdings hat sie in Berlin ein Büro und arbeitet an einer Ausstellung über den guten Teil der jüdischen Geschichte in Deutschland. Zu dem nicht-öffentlichen Dinner hatten die Vorsitzende des Förderkreises „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, Lea Rosh, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Kulturstaatsminister Bernd Neumann eingeladen.

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