Berlin : Hilfe für die Feiertage: Wenn das Fest des Friedens kritisch wird

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Weihnachten ist ein Familienfest, und das soll schön und friedvoll sein. Für einige Familien jedoch bringen die Festtage Streit und Ärger. Auch alleinlebende Menschen kann Weihnachten in eine Krise stürzen.

"Weihnachten ist für viele eine ungewohnte Situation. Viele Familien können die plötzliche Nähe nicht aushalten, und dann soll auch noch alles besonders schön sein", sagt Katharina Erinski vom Berliner Krisendienst. Sie wird Weihnachten einen der Spätdienste übernehmen. Der Krisendienst hat neun Standorte in Berlin und wird Weihnachten Tag und Nacht erreichbar sein (Tel.: 39063-10 bis -90). Hier wird telefonisch beraten, in schwierigen Fällen kommen Psychologen auch zu den Hilfesuchenden nach Hause. Weihnachten komme es oft zu Auseinandersetzungen in der Familie. Die Situation gerate schnell außer Kontrolle, sagt Erinski, manchmal werde geschlagen.

Alleinlebende Menschen suchen ebenfalls oft Hilfe über die Feiertage. Auch die Telefonseelsorge bietet Hilfe und Rat (Tel.: 0800-111 01 11, kirchliche Beratung 0800-111 02 22). Ein Hilfsangebot für Drogenabhängige und -gefährdete bietet der Drogennotdienst unter der Nummer 19 237.

Neben der telefonischen Beratung gibt es auch stationäre Hilfsangebote. Die Kriseninterventionsstellen in einigen Krankenhäusern sind an den Festtagen erreichbar. Detmar Trostdorf, Leiter der "Krisenstelle" am Urban-Krankenhaus, erwartet vor allem "eine Entladung des Stresses". Hierher kommen selten Menschen mit Einsamkeitsproblemen, sondern Personen in extremen psychischen Belastungssituationen. Kriseninterventionsstellen gibt es auch am Krankenhaus Moabit, Neukölln und am Benjamin Franklin Krankenhaus in Steglitz. Stationäre Hilfe bietet das Krisenhaus des Caritas-Verbandes in der Manetstrasse 83.

Erstmals wird das Krisen-Interventions-Team (KIT) vom Arbeiter-Samariter-Bund seine Dienste anbieten. Die 12 Mitglieder von KIT wurden zwei Jahre lang ausgebildet und wollen nun die Berliner Polizei und Feuerwehr unterstützen.

"Wir haben uns bemüht, noch vor den Festtagen mit der Arbeit zu beginnen", sagt Hans-Jürgen Müller, Mitglied und Koordinator des KIT. Bei Notfällen will man sich um die "sekundär Betroffenen" kümmern, also Augenzeugen von Unfällen oder auch Suiziden. Die Leute vom "Krisen-Team" werden auch bei der Überbringung von Todesnachrichten die jeweiligen Beamten begleiten. "Das ist zu Weihnachten besonders schlimm", sagt Müller.

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