Berlin : Hilfe für krankhaft Dicke Vivantes startet

ein neues Programm

Johannes Boie

Der Krankenhausbetreiber Vivantes startet ab März sein neues Programm „Leichter Leben“ für übergewichtige Erwachsene, sogenannte Adipositas-Patienten. Angebote für krankhaft Übergewichtige gebe es zwar viele in Berlin, der Markt sei aber von „nicht fundierten“ Angeboten, wie zum Beispiel Online-Therapien geprägt, sagt Privatdozent Ralf-Marco Liehr, der das Programm leiten wird.

Zusammen mit dem ehemals übergewichtigen Weltmeister im Brustschwimmen, dem Arzt Mark Warnecke, habe man daher eine neue, medizinische Strategie zum Abnehmen entwickelt: „Das Programm stützt sich auf drei Säulen: Sport, Ernährungsumstellung und Lebensstiländerung“, sagt Liehrs Kollege Klaus Walldorf. Um den frustrierenden Jojo-Effekt, der Übergewichtige nach erfolgter Therapie schnell wieder zunehmen lässt, zu vermeiden, werden die Patienten in Kleingruppen 48 Wochen lang betreut. „In dieser Zeit können sich unter ärztlicher Aufsicht Selbsthilfegruppen bilden, die auch nach Ende des Programms weiter bestehen“, hofft Walldorf. Rund 2000 Euro wird das Programm die Teilnehmer kosten. Ob die Kassen einen Teilbetrag übernehmen werden, ist bislang offen. „Im Hinblick auf unsere Leistungen sind wir aber sehr günstig“, sagt Walldorf. Im Preis enthalten sei nicht nur umfassende medizinische und psychologische Betreuung, sondern auch die von Mark Warnecke entwickelte Formulakost. Tatsächlich ist das vergleichbare Abnehm-Programm „Optifast“, das an der Schloßpark-Klinik, der Park-Klinik und im Waldfriede-Krankenhaus angeboten wird, noch teurer: 2900 Euro kostet die 52-wöchige Behandlung, die sich der Pharmakonzern Novartis ausgedacht hat.

Patienten, die unter krankhaftem Übergewicht leiden, können sich auch an die Charité wenden. Hier wird ihnen zwar kein Programm, aber eine individuelle Therapie angeboten. Teile der Behandlungskosten würden von den Krankenkassen übernommen, sagt Jürgen Scholze von Charité.

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