Berlin : Hilfe, Hornissen-Alarm!

Vier Spaziergänger und ein Polizist wurden in Steglitz gestochen

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Eigentlich sind sie friedliche Tiere, die Hornissen. In Steglitz zum Beispiel hatten sie es sich nahe der Laubenkolonie „Teltower Seeboden“ in ihrem Nest gemütlich gemacht. Doch am Sonntag hat sie etwas aufgeregt. Sie wurden aggressiv und griffen vier Passanten auf dem Wanderweg nahe der Straße „Am Stichkanal“ an. Was die „Vespa crabro“, so der wissenschaftliche Name, so sauer gemacht ist, ist unklar. Die Gestochenen wurden im Klinikum Benjamin Franklin behandelt.

Am Nachmittag traf es dann auch noch einen Polizisten, der mit seinen Kollegen zur „Gefahrenabwehr“ nach Steglitz gerufen worden ist. Der Polizeihauptmeister bekam ein Medikament verschrieben. Allergische Reaktionen, wie Lähmungen oder Kreislaufbeschwerden, können nämlich auch noch einen Tag nach dem Hornissenstich auftreten.

Den „HornissenAlarm“ bei der Polizei hätten Mitarbeiter des Klinikums Benjamin Franklin in Steglitz sowie Spaziergänger ausgelöst, sagt Bernhard Vesper vom zuständigen Polizeiabschnitt 46. Doch weil Hornissen unter Artenschutz stehen, konnten die Beamten sie nicht einfach so vernichten – etwa durch Ausräuchern. Was also sollen sie tun in einer solchen Situation?

Eine Mitarbeiterin des Freilandlabors Britz – eine Naturschutzstation im Britzer Garten – die sich um Insekten kümmert, habe sich das Ganze angeschaut. „Sie wird am Montag alles der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung berichten. Die entscheidet dann, was zu tun ist.“ So lange blieb der Polizei nichts anderes übrig, als den Weg vor unter hinter dem Weidenbaum mit dem Nest mit einem rot-weißen Flatterband abzusperren und ein Hinweis-Schild zu basteln. „Weitergehen verboten! Lebensgefahr! Hornissennest! (ca. 50 Meter)“, steht mit Kugelschreiber auf dem Zettel am Plastikband. Die Warnung wirkte: Einige Spaziergänger drehten um, als sie von der Gefahr lasen. „Seit über zwei Wochen ist das Nest hier schon im Baum. Auch andere Leute sind gestochen worden“, weiß Hannelore Mallau, Spaziergängerin aus Lichterfelde. Aber die Gestochenen können aufatmen: Dass drei Hornissen-Stiche einen Menschen und sieben ein Pferd umbringen, ist nur eine gruselige Mär. tabu/kög

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