Hilflose Touristen : Streik und Baustellen erschweren Nahverkehr

Auch Touristen haben es in den kommenden Tagen schwer: Der Streik bei der S-Bahn sowie im Regionalverkehr und die Bauarbeiten bei der U-Bahn schränken das Angebot im Nahverkehr ein.

Der Streik bei der S-Bahn sowie im Regionalverkehr und die Bauarbeiten bei der U-Bahn schränken das Angebot im Nahverkehr ein.
Der Streik bei der S-Bahn sowie im Regionalverkehr und die Bauarbeiten bei der U-Bahn schränken das Angebot im Nahverkehr ein.Foto: dpa/picture-alliance

Gewöhnlich sind Berlin-Besucher begeistert vom Nahverkehr mit seinem dichten Netz und den vergleichsweise doch günstigen Preisen für Tageskarten. Die nächsten Tage machen es den Touristen aber schwer: Streik bei der S-Bahn sowie im Regionalverkehr und Bauarbeiten bei der U-Bahn schränken das Angebot erheblich ein und machen die Orientierung nicht einfach.

Viele verirrte am Gleisdreieck

Vor allem bei der Großbaustelle am U-Bahnhof Gleisdreieck hapert es an Informationen. Die Strecke der U 2 zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz ist schon seit dem 16. April unterbrochen; trotz mehrfacher Kritik hat sich das Informationsangebot aber bisher immer noch nicht verbessert.

In den Zügen werden die Fahrgäste aus Richtung Pankow im Bahnhof Potsdamer Platz bei jedem zweiten Zug aufgefordert, den Zug zu verlassen, weil die Fahrt zu Ende sei. Hinweise, dass es bei der nächsten Fahrt weiter bis zum Gleisdreieck geht, gab es nur ein paar Tage. Zuletzt war davon nichts mehr zu hören. Täglich stehen unzählige Ortsunkundige auf dem Bahnsteig und wissen nicht weiter. Plakate, die auf den Baustellenverkehr hinweisen, sind sehr unauffällig angebracht und zudem klein.

Und BVG-Mitarbeiter, die auf dem Bahnhof fest stationiert sind, beschränken sich in der Regel darauf, das Treiben auf dem Bahnsteig zu beobachten. Nur wer die Mitarbeiter entdeckt und sie fragt, erhält auch eine Auskunft.

U-Bahnhof Gleisdreieck - Berlins ewige Baustelle
Nächster Halt: Gleisdreck, Berlin-Kreuzberg, Umsteigebahnhof der U-Bahn-Linien U1, U2, U12 - und im Sommer 2015: eine Großbaustelle. Wobei das ja schon mal vorkommt an diesem traditionsreichen Bahnhof - dieses Bild entstand 2010; da mussten wir Fahrgäste auch ulkige Wege laufen (wir erinnern uns noch an eine lange Holztreppe, die über die Gleise führte und uns dann ausspuckte im Niemandsland).Weitere Bilder anzeigen
1 von 36Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.04.2015 11:07Nächster Halt: Gleisdreck, Berlin-Kreuzberg, Umsteigebahnhof der U-Bahn-Linien U1, U2, U12 - und im Sommer 2015: eine...

Auch im Bahnhof Wittenbergplatz sind Hinweise rar und Mitarbeiter selten zu finden. Besucher stehen oft mit älteren Linienplänen, die sie mitgebracht haben, auf dem Bahnsteig und suchen auf ihrem Plan vergeblich die Linie U 12, die die BVG nur während des Baustellenverkehrs eingerichtet hat. Die U 12 ersetzt die U 2, die auf den älteren Plänen eingezeichnet ist. Selbst in den Zügen hängen noch alte Übersichten, auf denen die U 12 fehlt.

Die Touristen-Info springt ein

Auskünfte bekommen Touristen immerhin bei den fünf Informationsstellen von Visit Berlin – auch zu Alternativen im Nahverkehr. Die Nachfrage nach solchen Informationen habe bei den vergangenen Streiks stark zugenommen, sagte Sprecher Christian Tänzler. Er wagt in diesem Jahr keine Prognose, wie viele Besucher jetzt Pfingsten nach Berlin kommen werden.

Zwischen 1,5 Millionen und 2 Millionen waren es in den vergangenen Jahren. Wer mit der Bahn anreisen wollte, suche sich jetzt ein anderes Verkehrsmittel – oder buche den Aufenthalt um. Die Hotels seien hier sehr kooperativ und machten dies meist gratis. Hier punktet Berlin dann wieder. Und irgendwann sicher auch wieder beim Nahverkehr.

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